Teure Feng-Shui-Beratung in Friedberg

Harmonie-Expertise sorgt für Disharmonie

Weil Hund Ares im Schloss immer unruhig wurde, gab Bürgermeister Eichmann ein 5000 Euro teures Gutachten in Auftrag.

Friedberg - Ein Feng-Shui-Gutachten über das Friedberger Schloss hat in der Stadt einen heftigen Streit im Rathaus ausgelöst. Auslöser des Zoffs ist angeblich ein Hund.

Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) hatte die Expertise in Auftrag gegeben, ohne den Stadtrat darüber zu informieren. Das darf er, denn dieser 5000-Euro-Auftrag liegt in seinem Verfügungsrahmen. Allerdings hat der Rathauschef niemand da­rüber informiert und will nun die Unterlagen nicht herausrücken. Bislang hat er nur einige Ergebnisse daraus präsentiert. Jetzt droht eine Stadträtin mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde.

Schuld an allem ist angeblich ein Hund. Weil Ares, der vierbeinige Begleiter des Bürgermeisters, beim Betreten des Friedberger Schlosses immer unruhig wurde, hatte der 43-jährige Rathauschef bei einer einschlägigen Beraterin ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das gut 750 Jahre alte Wittelsbacher Schloss wird derzeit für rund 24 Millionen Euro saniert und zu einem Bürger- und Kulturzentrum umgebaut. 2018 soll es wieder eröffnet werden.

Nun stellte Roland Eichmann im Schloss­-Ausschuss des Stadtrats Vorschläge der Feng-Shui-Beraterin vor, wollte aber die Unterlagen nicht zugänglich machen. Stadträtin Claudia Eser-Schuberth (Grüne) sagt: „Es gibt keinen Grund, das nicht herauszugeben.“ Sie hält das Ganze inzwischen „für eine einzige Lachnummer“ und bezeichnete im Gespräch mit der tz das Verhalten des Bürgermeisters als „kindisch“. Ihre Konsequenz: Sie will beim Landrats­amt Aichach-Friedberg eine Dienstaufsichtsbeschwerde einlegen. „Wir fragen uns, für was die 5000 Euro ausgegeben wurden.“ Bei dem Betrag handle es sich ja um öffentliches Geld.

Bürgermeister Roland Eichmann hat zwischenzeitlich verlauten lassen, dass die Geschichte mit seinem sensiblen Hund ein Scherz gewesen sei. Überdies sei er kein Feng-Shui-Anhänger, betonte er gegenüber der Friedberger Allgemeinen. Die Geister, die er rief, wird er aber trotzdem nicht mehr los. Sagen will er zu dem Thema nichts mehr. „Der Herr Bürgermeister gibt dazu keine Auskunft“, hieß es auf Anfrage der tz lapidar.

Volker Pfau

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