Angeklagter hofft auf Bewährung

Haus flog in die Luft: Wie tickt Spreng-Sascha?

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Will nicht in den Knast: Sascha W.

München - Lieber auf gaga machen als in den Knast: Sascha W. (36), dessen Mietshaus in Schliersee am 12. Januar 2012 mit einem gewaltigen Knall in die Luft flog, sollte längst im Gefängnis sitzen.

Den Berufungsprozess vor dem Landgericht München II am Donnerstag ließ er jedoch platzen. Die Vorgeschichte: Sascha W. und seine Frau Tanja waren hoch verschuldet. Um 83 000 Euro von der Versicherung zu kassieren, so die Anklage, sollte das Haus in die Luft fliegen. Am 28. Dezember 2011 probierten es die Eheleute. Tanja W. bohrte Löcher in die Gasleitung im Keller. Sascha W. gab ihr Teelichter, die sie in der Küche anzündete. Dann ging das Paar mit den drei Söhnen (11, 12 und 16) ins Spaßbad „Monte Mare“. Bei ihrer Rückkehr war es jedoch nicht zur Gasexplosion gekommen.

Von dem explodierten Haus in Schliersee blieb nur eine Trümmerwüste.

Beim zweiten Versuch am 12. Januar knallte es wirklich. Unter den Trümmern des Doppelhauses in der Breitenseestraße entdeckten die Feuerwehrleute die Leiche der 35-jährigen Tanja W. Ihr Gatte hatte sich zuvor aus dem Staub gemacht. Die Kinder waren in der Obhut des Jugendamtes. Sascha W., der wegen Betrugs bereits zu einem Jahr und neun Monaten Haft verurteilt war, bekam vom Amtsgericht Miesbach wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion weitere eineinhalb Jahre aufgebrummt.

Sascha W. will aber die zweieinhalb Jahre Gesamtstrafe nicht absitzen. Bei Richterin Sabine Klemt biss er jedoch auf Granit. Sie machte ihm klar, dass eine höhere Haftstrafe in Betracht käme: „Wie soll man sonst eine solche Tat rechtfertigen?“ Sein Anwalt Martin Kupka zog die Notbremse: „Er war schuldunfähig!“ Er beantragte eine psychiatrische Begutachtung.

Eberhard Unfried

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