Zugspitz-Lauf: Veranstalter hängt die Bergwacht hin

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Veranstalter Peter K. ist sich keiner Schuld bewusst.

Garmisch-Partenkirchen - Der Veranstalter des Extrem- Berglaufes von 2008 auf die Zugspitze hat jede Verantwortung für den Tod von zwei Teilnehmern zurückgewiesen.

Zwei Tote im Schnee, und das mitten im Juli – statt einem sportlichen Spektakel spielte sich auf Deutschlands höchstem Berg vor eineinhalb Jahren eine Tragödie ab. Am Montag nun rückte die Schuldfrage erneut in den Fokus, vor dem Amtsgericht in Garmisch-Partenkirchen. Der Organisator des Zugspitzlaufs wusch seine Hände in Unschuld, stattdessen hängte Peter K. die Retter hin: „Die Helfer der Bergwacht waren mit der Situation überfordert.“ Zum Auftakt der Wiederaufnahme des Prozesses bekräftigte K., dass er keinen Fehler bei sich sehe. Er sei den Ablauf noch einmal durchgegangen. „Die Wetterlage war wie erwartet, es war auch nicht so extrem wie geschildert“, ­argumentierte der 55-Jährige.

Mit den Kräften am Ende: Viele Teilnehmer des Zugspitzlaufs gerieten im Schneetreiben in Lebensgefahr, zwei starben sogar.

Bei dem Lauf waren am 13. Juli 2008 bei extrem schlechten Wetterbedingungen zwei Läufer gestorben, mehrere Teilnehmer mussten wegen Unterkühlungen behandelt werden. Viele der 600 Teilnehmer hatten sich in kurzer Hose und T-Shirt an den Start der 18 Kilometer langen Strecke begeben, ehe wie laut Wetterbericht angekündigt Schneefall einsetzte, und die Temperaturen sanken. Zwei Männer ­brachen 200 Meter unterhalb des Gipfels im Schnee ­zusammen. Das Amtsgericht hatte im Juli einen Strafbefehl über 13500 Euro erlassen. Die Verteidigung hatte dagegen Einspruch eingelegt.

Dem 55 Jahre alten Organisator wird vorgeworfen, fahrlässig den Tod der beiden Teilnehmer verschuldet zu haben. In neun Fällen soll er zudem der fahrlässigen Körperverletzung schuldig sein. Er habe unzureichend gekleidete Teilnehmer nicht vom Lauf ausgeschlossen. Das wies der Beschuldigte zurück: „Die Teilnehmer mussten vorher ein Papier unterschreiben, in dem wir sie auf die zu erwartende Wetterlage aufmerksam machten. Sie wurden darauf hingewiesen, dass es im oberen Streckenabschnitt kalt werde und daher warme Kleidung ratsam sei.“

Im neuen Prozess sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll am 1. Dezember gesprochen werden.

tz

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