Wirbel um Werbeplakat des Kurorts

Die Hexen-Affäre von Bad Birnbach

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Mit diesem Plakat will die Therme in Bad Birnbach Urlauber in den schönen Kurort locken. Ein Volltreffer?

München - Eine Frau im Dirndl, die ins Thermenwasser springt. Eigentlich ganz nett für ein Werbeplakat, das die Vorzüge Bad Birnbachs anpreisen soll. Doch nun gibt's im kurort mächtig Zoff.

Es gibt Geschichten, die können nur in Bayern passieren. Aber wa­rum eigentlich? Weil unser Lebensg’fui und auch a bisserl unser Streithanseltum anscheinend einmalig sind. Schauplatz ist diesmal Bad Birnbach im Rottal. Und gehen tut’s um das Plakat oben  – um eine Frau im Dirndl, die ins Thermenwasser springt. Eigentlich ganz nett für ein Werbeplakat, das die Vorzüge des Kurorts darstellen soll. Marktgemeinderat Josef Brunner sah das aber anders und fragte vor wenigen Tagen in einer Sitzung: „Warum springt die Hex’ ins Wasser?“ Hoppala – die Hex’? Klar, jetzt gibt’s Ärger, denn die abgebildete Frau ist die Gattin des CSU-Ortsvorstands Josef Kohlpaintner. Der Hexen-Fall im Rottal – zurzeit schmunzelt jeder in und um Bad Birnbach über den Plakatzoff.

Der Hintergrund: Birnbach zieht immer weniger Touristen an – so überlegte man sich genau jenes Motiv, um Preiß’n nach Niederbayern zu locken. Das Bild wurde in Hessen und auch im hohen Norden an Bahnhöfen und Stadtplätzen aufgehängt. Und nun trug sich – laut Josef Brunner – Folgendes zu: Eine junge Frau aus dem Kurort besuchte Frankfurt und erspähte zufällig eines der Plakate. Als sie davor stand, kam plötzlich eine Gruppe junger Leute vorbei, starrte auf das Riesenposter und fragte: „Warum springt die Hexe ins Wasser?“ Dann sei gelacht worden.

Lachen über uns Bayern? Das gehe gar nicht, das Plakat funktioniere nicht – so die Schlussfolgerung des Gemeinderats. Fazit: Die Hex’ muss weg! Klar, was jetzt kommt: Die Gattin des CSU-Vorsitzenden und dieser selbst waren stocksauer. Erstens wegen der Bezeichnung der Frau als Hex’ und zweitens, dass die Schönheit der Darstellung infrage gestellt wurde. Und so ruderte jener Marktgemeinderat zurück.

Gleich schriftlich entschuldigte er sich für jegliche Missverständnisse: „Bei meinen Äußerungen in der letzten Gemeinderatssitzung habe ich ausdrücklich erwähnt, dass die abgebildete Frau die Ehefrau von Josef Kohlpaintner ist und diese eine absolut attraktive Frau ist“, zitiert die Passauer Neue Presse den Lokalpolitiker.

Endlich Frieden also? Nicht wirklich. Denn es stellte sich heraus: Das Plakat wurde in Frankfurt wohl nie aufgehängt. War also das Erlebnis mit den jungen, hämischen Leuten frech erfunden? Und wer hat dann als erster Hex’ gesagt? Eins ist klar: Es gibt G’schichten, die kann es nur in Bayern geben …

tz

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