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Hier schleusen sie Flüchtlinge durch Bayern

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Hungrig, durstig und frierend waren die Flüchtlinge tagelang auf der Lkw-Ladefläche eingepfercht. © Bundespolizei

München - Menschen, dicht zusammengepfercht auf der Ladefäche von Lastwagen! Wenn Fahnder in Bayern den Transport geschleuster Ausländer aufdecken, stoßen sie auf grausame Zustände.

Die Opfer sind Hunger und Durst ausgesetzt, im Winter müssen sie frieren. Selbst ihre Notdurft können sie nur in Plastiktüten verrichten.

Schleuser geben sich gerne als Menschenfreunde, die politisch Verfolgte und in Not Geratene zur Flucht verhelfen. In Wahrheit sind sie knallharte Kriminelle, denen das Schicksal der Betroffenen völlig egal ist. Die Beamten des Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung in München können ein Lied davon singen.

Dank einer zweijährigen akribischen Ermittlungsarbeit der Münchner Beamten, die 23 Leitz-Ornder füllt, konnten jetzt in Nürnberg vier Iraker abgeurteilt werden. Die Angeklagten im Alter von 26 bis 41 Jahren hatten mehr als 300 Landsleute nach Deutschland und Skandinavien geschmuggelt.

Für die „Garantieschleusungen“ mussten die Flüchtlinge zwischen 8000 und 10 000 Euro zahlen. Die Ermittler konnten alleine im Zeitraum von fünf Monaten einen Geldfluss der Schleuserbande von über 850 000 Euro in den Irak nachweisen. Gelohnt hat sich das für die Angeklagten nicht.

Aufgrund der erdrückenden Beweislage verurteilte das Landgericht Nürnberg den Hauptorganisator Emad A. (41) aus Kreuzlingen zu acht Jahren Gefängnis. Ein 26-jähriges Bandenmitglied wurde zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Ein Schleuserfahrer, der nachweislich mindestens zwei der menschenverachtenden Transporte ausgeführt hat, hatte ein Geständnis abgelegt. Er kam als einziger mit einer ­Bewährungsstrafe davon. Die Urteile sind rechtskräftig.

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