Independent-Film aus Bayern

"Hinterdupfing" wird zum Kino-Star

München - Mit einer bayerischen Komödie will ein junges Filmteam die Kinos im Freistaat erobern. Vom Dilemma vieler bayerischer Gemeinden - ganz hübsch, aber nichts los - ließ es sich inspirieren. Nun kommt "Hinterdupfing" in die Kinos.

Ein Ort, mitten im tiefsten Bayern. Hier steppt der Bär – nicht. Wenn hier ein Traktor ein bisschen Gülle verliert, wird das schon als Großereignis gefeiert. Typisch Hinterdupfing halt. Kein Wunder also, dass der Dorfjugend "fad" ist. Eine Story, die die Situation in vielen bayerischen Gemeinden umreißt. Und somit eine Geschichte, die fabelhaft für einen Independent-Streifen herhalten kann.

Das Kino-Plakat zu "Hinterdupfing" ist schon fertig (zum Vergrößern hier klicken)

Das fand auch das Team von "SchmidbauerFilm" aus Prien am Chiemsee, und nahm sich dem Projekt "Hinterdupfing" an. "Wir produzieren schon lange in unserer Freizeit eigene Filmchen, das ist ein großes Hobby von uns", erzählt Andreas Schmidbauer. Schnell wird das Hobby zur Passion, die Streifen immer professioneller. Im Februar 2013 brütet das Team dann das erste Mal über der Geschichte, feilt an ihr. Die erste Klappe fällt im Mai, die letzte im November.

Die Geschichte im Schnelldurchlauf: Die Situation für die Hinterdupfinger Dorfjugend ist mehr als trist, gibt es hier außer Traktoren und weiten Feldern doch denkbar wenig. Doch Langeweile macht erfinderisch, und so kommt den Teenagern eine Idee: Sie locken Touristen in das kleine Dorf – und zwar auf höchst fragwürdige Art und Weise. Und schon bald ist die kleine Gemeinde außer Rand und Band, ja, beinahe Eskalation in Hinterdupfing. Geprägt wird das Dorf von den Rollen, die jeder aus seiner eigenen Heimat kennt – ob Pfarrer, Polizist, Bauer oder Gemeinderat.

Hinterdupfing: Viele können sich mit dem Dorf  identifizieren

Die Trailer verraten schon jetzt: Was bei dem "Hobby"-Film mit - hauptsächlich - Laienschauspielern herauskam, ist mehr als eine Freizeitbeschäftigung. Mit urwitzigen Szenen, wunderschönen Landschaftsaufnahmen und typischem Dorf-Feeling machen die Erschaffer den Zuschauern Lust auf mehr. "Mit der Geschichte und dem Dorf 'Hinterdupfing' werden sich viele identifizieren können", sagt Schmidbauer. Ob man nun selbst aus einer kleinen Gemeinde kommt, die dortigen Charaktere nur zu gut kennt und sich auch irgendwo mit der gelangweilten Dorfjugend identifizieren kann, oder ob man Städter ist, schon mal aus Versehen in solch ein Dorf geraten ist und sich gefragt hat: Wo zur Hölle bin ich denn hier gelandet?"

Hier können Sie den ersten Trailer zu "Hinterdupfing" ansehen

Obwohl das Projekt weder vom Staat gefördert wurde, noch eine große Produktionsfirma im Rücken hatte, wurde es zum Selbstläufer. "Wir haben begonnen, dieses Projekt in unserer Freizeit zu stemmen." Doch immer mehr Landsleute stellten sich an die Seite des Schmidbauer-Teams und unterstützten sie unentgeltlich. „Es ist unglaublich, wie viele sich von unserer Leidenschaft am Filme machen anstecken ließen. Es ist ein Regionalprodukt entstanden.“ Und auch, wenn die finanziellen Mittel fehlten, um einen hochwertigeren Film entstehen zu lassen: "Mit einer bayerischen Komödie mit guter Geschichte kommt man in Bayern an."

Hier können Sie den zweiten Trailer zu "Hinterdupfing" sehen

Premiere feiert das Stück in Bayern offiziell am 8. Mai. Ab dann wird es in verschiedenen Kinos zu sehen sein, auch in München. Wann und wo genau, verrät das Film-Team auf seiner Homepage – sobald die Termine feststehen. Dann werden die Zuschauer nicht nur dialektisch ins tiefste Bayern entführt. Typisch Hinterdupfing halt.

mes

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