Vierter Verhandlungstag

Hinweis auf Polizisten-Mörder lag unbeachtet im Spind

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Polizisten führen einen der Angeklagten in den Verhandlungssaal des Augsburger Landgerichts

Augsburg - Beamte fanden noch in der Nacht, in der Polizist Mathias Vieth im Augsburger Siebentischwald erschossen wurde, ein Auto, das zum Verdächtigen Rudi R. führte. Doch zunächst verfolgte keiner diese Spur.

Es war 3.08 Uhr. Gerade einmal 15 Minuten waren seit dem Schusswechsel, bei dem der Augsburger Polizist Mathias Vieth im Oktober starb, vergangen. Da entdeckten zwei Streifenbeamte auf einem Parkplatz einen silbernen Mitsubishi, die Sitze mit Folie überzogen, der Motor noch warm. Sie fragten den Halter des Wagens ab. Diese Spur führte zu einem Verwandten von Rudi R. und damit direkt zum einem der späteren Tatverdächtigen und jetzigen Angeklagten. Doch im anfänglichen Durcheinander der Ermittlungen interessierte sich kein Polizist dafür. Diese Erkenntnis förderte der vierte Verhandlungstag im Prozess um den Polizisten-Mord zu Tage, wie die Augsburger Allgemeine berichtet.

Polizistenmord-Prozess: die ersten Bilder

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Er habe die Daten des Fahrzeughalters auf einen Block geschrieben und in seinem Spind eingeschlossen, berichtete einer der beiden Streifenbeamten. "Ich habe mir schon gedacht, dass irgendwann noch jemand auf uns zukommt." Bis es so weit war, verging ein ganzer Monat. Der Halter wurde nicht befragt. Der Mitsubishi verschwand vom Parkplatz, wie, ist nicht klar. Erst dann interessierte sich die Sonderkommision für die Spur - eine von 850.

Die Staatsanwaltschaft verteidigt das Vorgehen der Kripo. Hätte die Polizei den Fahrzeughalter unmittelbar befragt, hätte er Gelegenheit gehabt, Rudi R und dessen vermutlichen Mittäter, seinem Bruder Raimund M., von den Ermittlungen zu erzählen und vorzuwarnen, erklärte die Staatsanwaltschaft. So aber hätten die Ermittler die Tatverdächtigen noch observieren können, bevor sie sie festnahmen.

Augsburg trauert um ermordeten Polizisten

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Adam Ahmed, einer der Anwälte von Raimund M., hat unterdessen das Gerichtsverfahren kritisiert. Wie aus einem Bericht des Donaukurier hervor geht, fordert er, das Verfahren zu unterbrechen und die Reihenfolge der zu befragenden Zeugen zu ändern. Eine "neue Zeugin", von der die Augsburger Allgemeine erfahren haben will und die seinen Mandanten massiv belasten soll, müsse unverzüglich vorgaladen werden.

Dass die Zeitung vor ihm von der Frau gewusst habe, verurteilt er. Ahmed verdächtigt Walter Rubach, den Rechtsanwalt der Witwe von Mathias Vieth, interne Informationen weitergegebene zu haben. Zudem hat Ahmed beantragt, den Medien Aufnahmen aus dem Gerichtssaal zu verbieten oder deren Veröffentlichung zu einzuschränken.

mcf

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