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Höllenfahrt im Bob kostet 10.000 Euro

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Schwer verletzt: Cornelius Bebber © ebu

Berchtesgaden - "Es war eine Höllenfahrt. Ich habe geschrien vor Schmerzen." Für den Versicherungsmakler Cornelius Bebber aus Neuß endete eine Fahrt mit dem „Rennbob-Taxi“ am Königssee im Krankenhaus: Wirbelbruch!

10 000 Euro kostet dies den Bayerischen Bob- und Schlittenverband, der mit Passagierfahrten durch den Eiskanal seine Kasse aufbessert.

Die Fahrt hatte der 63-Jährige mit einer viertägigen Erlebnis-Reise von einer Versicherungsgesellschaft geschenkt bekommen – als Belobigung. Er habe sich auf die Fahrt gefreut, schließlich wirbt der Veranstalter: „Vergessen Sie Bungee- und Fallschirmspringen, das wahre Abenteuer erleben Sie im Eiskanal bei einer Abfahrt im Rennbob.“

Im Kleingedruckten steht auch, dass Menschen mit Wirbelsäulenschäden und Osteoporose nicht mitfahren sollten. „Ich war aber gesund“, sagt Bebber. Durch die enormen Fliehkräfte erlitt er jedoch einen Wirbelbruch. Die Ärzte nahmen aus seinem Becken ein Stück Knochen, um damit den gebrochenen Wirbel wieder zu reparieren. „Ich habe auch noch eine Titanplatte drin“, so Bebber. Fünf Monate sei er in Kliniken gewesen.

75 000 Euro Schmerzensgeld forderte er dafür. Zu hoch, befand gestern der 3. Zivilsenat beim Oberlandesgericht. Allerdings stehe dem Kläger durchaus etwas zu, da über die Risiken nicht ordentlich aufgeklärt wurden, so die Richter. Man einigte sich auf einen Vergleich: Der Verband zahlt Bebber 10 000 Euro.

Übrigens: Auch ein Kollege des Klägers, Jürgen M., hatte bei der Veranstaltung einen Wirbelbruch erlitten. Auch er will den Verband verklagen.

Eberhard Unfried

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