Oscarpreisträger im Kneippkurort

Hollywood trifft Bayern: Was macht Michael Moore im Allgäu?

+
Michael Moore unterhält sich im Park des Kneippaniums mit drei Müttern über Kuren.

München - Seine Bücher wie Stupid White Men sind Bestseller, sein Film Bowling for Columbine erhielt den Dokumentar-Oscar. Doch wie kommt es, dass Michael Moore plötzlich im Garten des Kneippaniums in Bad Wörishofen sitzt, kurzbehost, im Couch-Potato-Pulli, geschützt durch sein Baseball-Cap?

Filmemacher und Autor Moore war im Frühling 2015 für sein neuestes Werk Where to Invade Next (Wo man als nächstes einmarschieren sollte) auch in Bayern. In dem Film sucht der Oscarpreisträger nach Lösungen für die Probleme der US-Amerikaner, die da wären: schlechte Bildung, Fettleibigkeit, Kriminalität, Militarismus.

Ein Ort der Hoffnung – der Kneippkurort Bad Wörishofen. „Wir wurden drei Tage vor seinem Besuch über eine Agentur in München kontaktiert“, erzählt Karin Kövi von den Kneipp’schen Stiftungen. Moore, der für den Film unter anderem durch ganz Europa reiste, wollte sich über alternative Heilverfahren erkundigen. Und alles wissen, was die Heilmethode des Wasserdoktors Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) als naturheilkundliches Verfahren so einzigartig macht. Teil der Stiftung ist auch das Familie-Kind-Haus, in dem Kuren für Mütter mit Kind angeboten werden. Diese Einrichtung faszinierte den Mann aus Hollywood am meisten.

Geplant war eigentlich nur ein kurzer Plausch im Park mit drei Müttern über präventive Gesundheitsförderung. Dann wurden eineinhalb Stunden daraus. Das Gespräch wurde für den US-Amerikaner ein Eintauchen in eine fremde Welt: Moore wollte wissen, was überhaupt eine Kur ist und wie das deutsche Gesundheitssystem funktioniert. Eine der Mütter sagte später: „Er konnte kaum glauben, dass die Krankenkasse eine Kur bezahlt, wenn man sie benötigt.“

Überhaupt waren alle angetan von dem Besuch. „Moore war relaxt und easy“, erinnert sich Karin Kövi. Bad Wörishofen hat es sogar in den Trailer zum Film geschafft, für eine Einblendung. Wie auch der Münchner Marienplatz. Außerdem kommt eine weitere Stadt in Bayern, die Frankenmetropole Nürnberg, in dem Werk vor.

Where to Invade next läuft bundesweit am 25. Februar in den Kinos an.

mc

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Sirenen: Heute um 11 Uhr Probealarm in Bayern
Sirenen: Heute um 11 Uhr Probealarm in Bayern
Allerheiligen 2017: Wie lange dauert das Tanzverbot in Bayern?
Allerheiligen 2017: Wie lange dauert das Tanzverbot in Bayern?
Wagen geriet auf Gegenfahrbahn: Frauen bei Frontal-Crash schwer verletzt
Wagen geriet auf Gegenfahrbahn: Frauen bei Frontal-Crash schwer verletzt
Bildungsalarm: Niveau bei Grundschülern sinkt, nur Bayern sticht hervor
Bildungsalarm: Niveau bei Grundschülern sinkt, nur Bayern sticht hervor

Kommentare