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Shalomah (11) aus Bayern verschwunden: Sekte meldete sich bei Pflegeeltern - nun nimmt Fall offenbar neue Wende

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Von: Lucas Sauter-Orengo

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Im Landkreis Dillingen wird eine Elfjährige vermisst. Die Polizei hofft auf Hinweise.
Im Landkreis Dillingen wird eine Elfjährige vermisst. Die Polizei hofft auf Hinweise. © Polizei Schwaben Nord

Eine Elfjährige im Regierungsbezirk Schwaben wurde als vermisst gemeldet. Jetzt haben ihre Pflegeeltern einen E-Mail-Hinweis erhalten.

Update vom 18. Oktober, 17.02 Uhr: Die tschechische Polizei hat nun bestätigt, dass das Mädchen nicht in Skalna gefunden werden konnte. Dort befindet sich eine der zwei Gemeinschaften der Sekte „Zwölf Stämme“. Das Polizeipräsidium in Cheb (Eger) sei von den deutschen Kollegen um Zusammenarbeit bei der Fahndung nach der Elfjährigen gebeten worden. Ein Mitglied der Sekte hatte einem Bild-Reporter vor Ort bereits erzählt, die Eltern des Kindes seien vor einem Jahr weggezogen (siehe Update 14.41 Uhr).

Update vom 18. Oktober, 16.31 Uhr: Im Fall der verschwundenen Elfjährigen ermittelt die Polizei weiter in alle Richtungen, wie ein Sprecher der dpa mitteilte. Da der Verdacht besteht, das Mädchen könnte bei ihren leiblichen Eltern sein, ermittelt man unter anderem wegen Kindesentzug. Auch ein Verbrechen oder ein Unglück werde weiterhin nicht ausgeschlossen. Im Falle eines Kindesentzuges drohen den leiblichen Eltern bis zu fünf Jahren Gefängnis.

Vermisste Shalomah: Haben sie ihre Eltern entführt? Fall nimmt neue Wende

Update vom 18. Oktober, 14.41 Uhr: Nimmt der Vermissten-Fall um die elfjährige Shalomah eine neue Wendung? Zuletzt waren Hinweise aufgetreten (siehe Updates), nachdem das Mädchen in einer Sekte, bei der sie bis zu ihrem dreizehnten Lebensjahr noch gelebt hatte, bei ihren leiblichen Eltern sei. Nun scheint nach Informationen der Bild der Fall jedoch eine neue Wendung zu erhalten. Wie die Zeitung in Skalna, dem tschechischen Ort, in dem die Sekte lebt, durch Mitglieder erfahren haben will, soll das Mädchen gar nicht dort sein. Auch ihre leiblichen Eltern würden seit mehr als einem Jahr nicht mehr dort leben. Auch wisse man den Berichten nach nicht, wo diese seien. Die neuen Erkenntnisse deuten nun auf eine mutmaßliche Entführung der leiblichen Eltern hin.

Noch stehen offizielle Bestätigungen jedoch aus.

Update vom 18. Oktober, 10.45 Uhr: Nach dem Verschwinden der elfjährigen Shalomah in Schwaben verdichten sich die Hinweise, dass das Kind im Umfeld der umstrittenen Sekte „Zwölf Stämme“ ist. Es sei bei dem Pflegevater eine E-Mail (siehe Update unten) eines Absenders eingegangen, der mutmaßlich der Sekte zuzuordnen sei, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Demnach soll sich die Elfjährige nun wieder bei ihren leiblichen Eltern aufhalten.

Elfjährige in Bayern verschwunden: Pflegeeltern bekommen E-Mail von umstrittener Sekte

Der Sprecher des Polizeipräsidiums in Augsburg sagte, es müsse noch überprüft werden, ob die E-Mail authentisch sei. Bereits am Wochenende war darüber spekuliert worden, dass die den „Zwölf Stämmen“ zugeordneten Eltern mit dem Verschwinden des Kindes etwas zu tun haben könnten.

Die „Zwölf Stämme“ waren früher im nordschwäbischen Klosterzimmern bei Deiningen (Landkreis Donau-Ries) angesiedelt. Die Sekte kam immer wieder in die Schlagzeilen, weil sie das Prügeln von Kindern als angemessene Erziehungsmethode betrachtet. Vor acht Jahren hatten dann die Behörden 40 Buben und Mädchen aus der Gemeinschaft geholt und bei Pflegefamilien untergebracht. Die „Zwölf Stämme“ siedelten daraufhin nach Tschechien um.

Update vom 18. Oktober, 9.08 Uhr: Neue Entwicklungen rund um die vermisste Shalomah aus Bayern. Wie BR24 berichtet, ist die Elfjährige wohl bei ihren leiblichen Eltern. Diese gehören demnach der Sekte „Zwölf Stämmen“ an. Wie der Pflegevater berichtet, habe dies ein Mitglied der Sekte den Pflegeeltern per Mail mitgeteilt. Sie sollten sich keine Sorgen machen, dem Mädchen gehe es gut, sie sei bei ihren Eltern, hieß es in der Mail, unterschrieben sei sie mit „Freunde von Levi“.

Shaloma aus Bayern verschwunden: Jetzt meldet sich Sekte bei Pflegeeltern

Das Mädchen war 2013 zu ihren Pflegeeltern gekommen, im Anschluss an eine Razzia bei einer urchristlichen, sektenähnlichen Gemeinschaft der „12 Stämme“. Die Behörden waren damals eingeschritten, als ein Reporter-Team von RTL Aufnahmen gemacht hatte, die belegten, dass Kinder dort unter anderem mit Ruten gezüchtigt wurden. Rund 40 Kinder wurden damals in Obhut genommen, wie BR24 berichtet. Seit 2017 lebt die Gemeinschaft in Tschechien, wo die körperliche Bestrafung der Kinder nicht grundsätzlich verboten ist.

Vermisstes Mädchen aus Bayern: Sekte meldet sich per Mail - „Freunde von Levi“

Bereits vorab war dieses Szenario als das Wahrscheinlichste angenommen worden (siehe Erstmeldung). Wie es weiter heißt, werde die Polizei am heutigen Montag die Such-Maßnahmen einstellen. Nun würden Ermittlungen im Vordergrund stehen.

Erstmeldung vom 18. Oktober 2021

Holzheim / Eppisburg - Es ist der zweite Vermisstenfall, der Bayern und Deutschland innerhalb kurzer Zeit in Atem hält. Vergangene Woche war Julia aus Berlin nahe der tschechischen Grenze verloren gegangen und wie durch ein Wunder nach 45 Stunden alleine im Wald wieder gefunden wurden - beinahe verletzungsfrei. Nun wird nach einem anderen Mädchen gesucht - im Regierungsbezirk Schwaben. Die elfjährige Shalomah war am Samstag, 16. Oktober, zum Joggen aufgebrochen und seitdem nicht mehr zurückgekehrt.

Holzheim/Eppisburg (Bayern): Mädchen (11) vermisst - Verdacht erhärtet sich

Gegen 15 Uhr brach das Mädchen aus Holzheim-Eppisburg auf. Als sie bis zum Abend nicht zurückkehrte, alarmierten ihre Familie die Polizei. Eine größere Suchaktion wurde umgehend eingeleitet. Mehrere Streifen kontrollierten die üblichen Joggingstrecken des Mädchens.

Auch ein Polizeihund sowie ein Polizeihubschrauber kamen zum Einsatz. Die Suche blieb jedoch ohne Erfolg. Eine weitere Suchaktion am Sonntag, 17. Oktober, verlief ebenfalls ohne Erfolg. Aktuell liegt besonders eine Erklärung hinter dem Verschwinden des Mädchens im Vordergrund.

Bayern: Mädchen seit Tagen vermisst - sie war alleine zum Joggen aufgebrochen

Bereits die Polizei hatte in einer offiziellen Mitteilung den Verdacht geäußert, dass die Elfjährige bei ihren leiblichen Eltern sein könnte. Seit einigen Jahren lebe sie bei ihrer Pflegefamilie, habe dennoch weiter eine starke emotionale Bindung zu ihrer leiblichen Familie.

Zeugen hätten beobachtet, wie bereits Tage zuvor ein fremdes Auto vor der Schule des Mädchens geparkt hätte. Auch der Pflegevater äußerte diesen Verdacht gegenüber der Bild: „So wie es aussieht, ist Shaloma mit höchster Wahrscheinlichkeit von ihren Eltern abgeholt worden. Sie war Samstagnachmittag hier joggen und ist nicht zurückgekommen“, gab er zu Protokoll. „Ich denke, dass sie freiwillig eingestiegen ist.“

Bayern: Elfjähriges Mädchen vermisst - Polizei veröffentlicht Beschreibung

Die Polizei bittet dennoch weiter um Hinweise aus der Bevölkerung. Folgende Beschreibung des Mädchens soll dabei helfen:

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