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Söder sieht Corona-Wende in Bayern: Doch Angst vor Omikron wird größer - 15 Passagiere aus Kapstadt positiv

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Von: Katarina Amtmann, Tanja Kipke

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Die Corona-Lage in Bayern bleibt weiter angespannt. Die Inzidenz ist zwar leicht gesunken, es gibt jedoch immer noch einige Hotspot-Regionen. Alle Hotspot-News für den Freistaat im Ticker.

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Update vom 30. November, 20.22 Uhr: Aus dem Klinikum Rosenheim* sendet die Belegschaft einen Hilferuf in Rot. Seit Wochen gelten Stadt und Landkreis als bayerische Hotspots. Das RoMed Klinikum trägt die Hauptlast der Betreuung von Corona-Patienten in Stadt und Landkreis. Die Pflegekräfte von zwei Intensivstationen schalteten am Dienstagabend die LED-Lampen auf rotes Licht. Aufgrund der prekären und angespannten Situation in den Kliniken wolle das Intensiv-Team damit ein Zeichen setzen und habe deshalb abends in allen Zimmern die Lampen auf die Alarmfarbe gestellt. „Das ist ein Hilferuf nach außen. Die Kliniken sind an der absoluten Belastungsgrenze und es werden dringend Pflegekräfte und Intensivärzte gebraucht, die uns unterstützen“, sagte der kaufmännische Leiter des Klinikums, Max von Holleben, laut Mitteilung.

Das Klinikum Rosenheim schickt einen Hilferuf in Rot.
Das Klinikum Rosenheim schickt einen Hilferuf in Rot. © Uwe Lein/dpa

Update vom 30. November, 17.02 Uhr: Am Münchner Flughafen wurden 15 Reisende aus Kapstadt positiv auf das Coronavirus getestet. Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitteilt, liege der Verdacht nahe, dass sich die Infizierten mit der Omikron-Variante angesteckt haben. Die ersten durchgeführten variantenspezifischen PCR-Untersuchungen würden daraufhin deuten. „Gewissheit wird die Gesamtgenomsequenzierung bringen, die bereits vorbereitet wird“, heißt es in der Mitteilung des LGL. Sollten sich die Fälle bestätigen, wären es derzeit 18 Omikron-Nachweise im Freistaat.

Corona in Bayern: Sieben-Tage-Inzidenz leicht gesunken - Söder sieht Erfolg in Maßnahmen

Update vom 30. November, 14.24 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern ist weiter rückläufig. Ministerpräsident Markus Söder sieht diese Entwicklung auch als Folge der verschärften Regeln im Freistaat (siehe vorheriges Update). Der Münchner Infektiologe Christoph Spinner sieht die leicht sinkenden Infektionszahlen im Freistaat ebenfalls als ersten möglichen Erfolg der jüngsten Maßnahmen von Einschränkungen bis Impfungen. „Es ist denkbar, dass bestimmte Maßnahmen die Zahl der Neuinfektionen bremsen und damit - zumindest auf hohem Niveau - halten“, sagte der Pandemie-Beauftragte des Klinikums rechts der Isar der TU München der Deutschen Presse-Agentur.

Spinner verwies dabei auf Maßnahmen wie 3G am Arbeitsplatz und 2G beziehungsweise 2G+ in weiten Teilen des öffentlichen Lebens. Zudem könnten Schließungen von Bars und Clubs in Hotspot-Regionen und erweiterte Sperrstunden einen positiven Effekt haben - „und natürlich auch steigende Impf- und Booster-Raten“. „Die Kombination aus mehreren Maßnahmen verspricht dabei die größte Aussicht auf Erfolg - allerdings nur, wenn diese Maßnahmen auch konsequent umgesetzt werden“, sagte Spinner weiter.

Münchner Mediziner mahnt: Kontakte reduzieren, Räume lüften und Maske tragen

Der Mediziner mahnte auch, Sozialkontakte zu reduzieren, geschlossene Räume gut zu lüften und konsequent Masken zu tragen. Test-Angebote müssten niedrigschwellig sein, Infizierte sich strikt isolieren. Das Infektionsgeschehen sei weiter sehr dynamisch und diffus. Bei neun von zehn Infektionen sei der Ursprung nicht klar nachvollziehbar, insbesondere in den schwer betroffenen Bundesländern.

Welchen Einfluss die neue Virusvariante Omikron spielen wird, könne man noch nicht sicher vorhersagen. Daten aus Südafrika wiesen auf eine schnelle Ausbreitung und damit eine leichte Übertragbarkeit hin. Ob eine Infektion mit dieser Virusvariante zu einem leichteren Verlauf führe, sei unklar, da noch zu wenig Erfahrungen vorlägen.

Söder sieht Corona-Wende in Bayern: Doch wieder kommt ein Hotspots hinzu

Update vom 30. November, 10.03 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern ist weiter rückläufig. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Dienstagmorgen mit 618,2 (Stand: 3.15 Uhr) an - am Montag war noch ein Wert von 627,6 gemeldet worden. Am Dienstag vergangener Woche lag die Inzidenz bei 644,9. Ministerpräsident Markus Söder sieht diese Entwicklung auch als Folge der verschärften Regeln im Freistaat. Das RKI meldete am Dienstag für Bayern insgesamt 6789 Neuinfektionen und 99 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona.

Die höchste Inzidenz unter den Regionen in Bayern wies demnach der Landkreis Rosenheim mit 1267,4 aus. Dahinter folgen die Landkreise Freyung-Grafenau, Rottal-Inn, Passau, Traunstein, Mühldorf am Inn, Berchtesgadener Land und die Stadt Rosenheim. Alle acht Regionen lagen über der 1000er-Marke. Am Montag waren es noch sieben Kreise und Städte über einer Inzidenz von 1000.

Die Hospitalisierungsinzidenz gab das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Montag mit 8,3 an nach 9,0 am Vortag. Pro 100.000 Einwohner gab es also statistisch innerhalb von sieben Tagen 8,3 Patienten, die wegen Corona in ein Krankenhaus aufgenommen wurden. Ungeimpfte waren zuletzt deutlich häufiger darunter als Geimpfte.

Warnkarte RKI
In etlichen Kreisen liegt die Inzidenz über 1000 (lila) und 500 (pink). © Screenshot RKI

Corona-Wende in Bayern? Fünf Hotspots weniger - doch Söder kündigt im TV Lockdown-Verlängerung an

Erstmeldung vom 29. November: München - Die 7-Tage-Inzidenz in Bayern ist leicht gesunken. Am Freitag (26. November) lag sie noch bei 652,3, am heutigem Montag weist sie einen Wert von 627,6 auf. Das RKI meldet 7179 Neuinfektionen* und 29 Todesfälle. Die Zahl der Hotspot-Regionen ist in den letzten Tagen enorm gesunken. Verzeichneten noch am Freitag zwölf Kreise eine Inzidenz über 1000, sind es heute nur noch sieben Regionen. Ob es an der verlangsamten Übertragung der Daten von den Gesundheitsämtern am Wochenende liegt, bleibt abzuwarten. Eine Entspannung der Corona*-Lage ist für den Freistaat dennoch nicht in Sicht. Die Intensivstationen sind nach wie vor voll. Erste Corona-Patienten wurden ausgeflogen und in andere Bundesländer verlegt.

Zahl der Corona-Hotspots in Bayern rückläufig - Intensivstationen nach wie vor am Limit

Der Südosten Bayerns weist weiterhin am meisten Corona-Neuinfektionen auf. In allen Kreisen und Städten, in denen die Inzidenz 1000 überschritten wird, gilt aktuell ein regionaler Lockdown*. Bedeutet: Hotel und Gastronomie müssen schließen, das Freizeitleben wird heruntergefahren. Am Freitag lagen noch zwölf Kreise über dem Grenzwert. Laut RKI sind es momentan nur noch sieben. Folgende Kreise sind betroffen:

Die Zahl der bayerischen Hotspots ist gesunken.
Die Zahl der bayerischen Hotspots ist gesunken. © Screenshot RKI Dashboard

In den Landkreisen Regen, Ostallgäu, Berchtesgadener Land, Deggendorf und Dingolfing-Landau ist die Inzidenz in den letzten Tagen gesunken. Allerdings werden dort die verschärften Regeln des Lockdowns erst wieder aufgehoben, wenn der Wert an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter der entscheidenden 1000er-Grenze liegt.

Laut DIVI-Intensivregister sind nur noch 331 der 3210 verfügbaren Intensivbetten in Bayern frei. 1062 Patienten werden aktuell wegen einer Corona-Erkrankung behandelt. 567 von ihnen müssen beatmet werden. Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek besuchten die Hotspot-Gebiete und warnten auf einer Pressekonferenz von einer „Komplett-Überlastung“.

Söder fordert Bundesnotbremse und kündigt Lockdown-Verlängerung an

In der BR-Sendung „Sonntags-Stammtisch“ forderte Söder bundeseinheitliche Regelungen. Es brauche wieder eine Bundesnotbremse, wie es sie schon einmal gab, so der Ministerpräsident. Zudem brauche es Einreiseverbote aus Südafrika. „Wir brauchen eine allgemeine Impfpflicht und müssen überlegen, wo wir alle Kontakte runterfahren können“, erklärt Söder im BR. In diesem Zusammenhang wies Söder auch daraufhin, die momentanen Lockdowns in den bayerischen Hotspots über den 15. Dezember hinaus zu verlängern. Laut ihm würden die Landräte der betroffenen Gebiete eine solche Verlängerung sogar „empfehlen“.

Eine Ministerpräsidentenkonferenz würde die Ampel-Regierung aktuell „verweigern“, so Söder. Und das, obwohl die CDU/CSU geführten Bundesländer täglich darum „betteln“ würden. Die bayerische Notbremse solle als bundesweites Vorbild gelten. Die neue Virusvariante Omikron aus Südafrika und die weiterhin steigenden Infektionszahlen in Deutschland machten dies nötig, so Söder in der BR-Sendung. (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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