Manöver missglückt - Verletzte

Bei Heli-Übung: Soldaten krachen gegen Felswand

Mittenwald - Zwei Verletzte hat eine Hubschrauber-Übung der Bundeswehr im Oberen Isartal gefordert. Die Teilnehmer krachten bei einem Training im Hochgebirge an eine Felswand.

„Beide Soldaten sind außer Lebensgefahr“, bestätigt der Presseoffizier der Mittenwalder Gebirgs- und Winterkampfschule auf Nachfrage unserer Zeitung. Viel mehr war von den Verantwortlichen aus der Karwendel-Kaserne jedoch nicht herauszubekommen. Der Sprecher wollte weder das Alter der Soldaten noch den Unglücksort verraten. Immerhin bestätigte er, dass der Unfall mit dem Helikopter vom Typ Bell UH 1D sich bereits am Mittwoch zugetragen habe.

Dem Vernehmen nach soll sich das missglückte Manöver im Soierngebiet, möglicherweise an der Schöttlkarspitze (2049 Meter), abgespielt haben. Dort trainierten Mittenwalder Einheiten mit Hilfe einer Maschine des Transport-Hubschrauber-Regiments Niederstetten eine Bergrettung aus einer Gebirgswand.

Dabei sollten zwei Soldaten – an einem langen Seil hängend – von dem Hubschrauber abtransportiert werden. Aus irgendeinem Grund prallten die beiden erfahrenen Gebirgsjäger – nach Tagblatt-Informationen 42 und 32 Jahre alt – gegen den Fels und erlitten dabei schwere Verletzungen. Sie befinden sich laut Presseoffizier inzwischen in Kliniken der Region. Mehr könne nicht gesagt werden, solange „die Sachlage nicht eindeutig geklärt“ sei.

Mittlerweile beschäftigt die Hubschrauber-Panne auch die Staatsanwaltschaft München II. „Wir prüfen“, teilt Oberstaatsanwalt und Pressesprecher Ken Heidenreich mit. Zu diesem frühen Zeitpunkt könne aber noch nicht abgeschätzt werden, ob der Mittenwalder Fall „strafrechtliche Relevanz“ habe.

Fakt ist: Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ging eine Helikopter-Übung der Bundeswehr in der Region gründlich schief. Denn am 4. März stürzte bekanntlich ein Kampfhubschrauber „Tiger“ auf dem Scheinberg bei Linderhof ab. Bitteres Resultat dieser Pleite: ebenfalls zwei Verletzte und sage und schreibe 40 Millionen Euro Sachschaden.

Erst im März war in der Nähe von Schloss Linderhof bei Garmisch-Partenkirchen ein Militärhubschrauber abgestürzt.

CSC

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

auch interessant

Meistgelesen

Keine Rettungsgasse: Feuerwehrlern platzt der Kragen
Keine Rettungsgasse: Feuerwehrlern platzt der Kragen
Sepp Haslinger: Wetterkerze wieder voll daneben
Sepp Haslinger: Wetterkerze wieder voll daneben
So skurril wurde der Balkan-Bandenchef überführt
So skurril wurde der Balkan-Bandenchef überführt
Meridian lässt Unglückszüge von Bad Aibling nachbauen
Meridian lässt Unglückszüge von Bad Aibling nachbauen

Kommentare