Tierisches Gerichtsurteil

Bissiger Therapiehund: Besitzer muss haften

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Auch für Therapiehunde muss Herrchen im Schadensfall aufkommen.

Augsburg - Ein Therapiehund hat einer Spaziergängerin in den Arm gebissen. Jetzt muss die Besitzerin Schmerzensgeld zahlen - weil der Boxer-Labrador-Mischling kein Nutztier ist.

Therapiehunde sind laut Gerichtsurteil keine Nutztiere - ihre Besitzer müssen also für Schäden haften, die durch die Hunde entstanden sind. Das hat das Amtsgericht Augsburg nach Angaben vom Montag entschieden. Im konkreten Fall hatte ein Boxer-Labrador-Mischling eine Spaziergängerin in den Oberarm gebissen. Der Frau wurden 2000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen - die Hundehalterin muss für den Schaden aufkommen.

Der Mischling ist ein Therapiehund für den psychisch kranken Sohn der Frau. Er ist aber kein Nutztier. Unter diese Bezeichnung fallen nur Tiere, die ihre Besitzer für ihren Beruf brauchen, also zum Beispiel Hunde von Förstern. Auch Blindenhunde gehören zu dieser Gruppe, falls ihr Besitzer auf sie angewiesen ist.

Richtet ein Nutztier Schaden an, muss der Besitzer nachweisen, dass er alles erforderliche und zumutbare getan hat, um den Zwischenfall zu vermeiden. Gelingt ihm das, muss er kein Schmerzensgeld zahlen.

Für die Halterin des Therapiehundes in Augsburg gilt das nicht: Falls sie keine Haftpflichtversicherung für ihren Hund abgeschlossen hatte, muss sie selbst das Schmerzensgeld und die Behandlung des Bisses bezahlen.

dpa/lby

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