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Messerattacke in Bayern-ICE: Polizei verrät neue Erkenntnisse - und Satz, der bei Festnahme fiel

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Messerattacke in ICE
Einsatzkräfte vor der Gaststätte in Seubersdorf, in der die Bahnreisenden am Samstag kurzzeitig untergebracht wurden. © Angelika Warmuth/dpa

Ein Mann hat auf einer ICE-Fahrt mehrere Menschen mit einem Messer verletzt. Am Sonntag werden neue Details bekannt.

Update vom 8. November, 6.20 Uhr: Nach der Attacke in einem ICE ist der mutmaßliche Täter in der Psychiatrie. Ein Gutachter hält den Mann für schuldunfähig. Für die Ermittler fängt die Arbeit erst an.

Zwei schwer verletzte Opfer der Messerattacke im ICE Passau-Hamburg sind weiterhin im Krankenhaus, der geständige Tatverdächtige ist jetzt vorerst in einer psychiatrischen Klinik in Regensburg untergebracht. Die Ermittlungen zum Hintergrund der Bluttat vom Samstag könnten nach Polizeiangaben aber noch Wochen, vielleicht sogar Monate dauern.

Messerattacke in Bayern-ICE: Polizei verrät neue Erkenntnisse - und Satz, der bei Festnahme fiel

Update vom 7. November, 13.43 Uhr: Einen Tag nach der Messerattacke im ICE 928 hat die Polizei noch kein Tatmotiv feststellen können. „Die Motivlage des Tatverdächtigen ist nach wie vor unklar“, sagte Polizeipräsident Norbert Zink am Sonntag in Neumarkt in der Oberpfalz. Erste Einschätzungen deuteten jedoch auf eine psychische Beeinträchtigung hin.

Der Tatverdächtige, ein 27-Jähriger, sei sehr schnell von den Einsatzkräften festgenommen worden. Zink dankte zudem Reisenden, „die versucht haben, den Tatverdächtigen von weiteren Aktionen abzuhalten“. Als Tatwaffe wurde ein Klappmesser mit einer Klingenlänge von acht Zentimetern sichergestellt.

Nach Angaben der Polizei hat der Verdächtige vier Männer verletzt. Er habe kurz nach Regensburg im Wagen 4 unvermittelt einen 26-jährigen Mann angegriffen und schwer am Kopf verletzt, sagte Polizeivizepräsident Thomas Schöniger. Danach habe er einem 60-jährigen Fahrgast Schnittwunden an Kopf und Rumpf und einem weiteren 60-Jährigen ebenfalls Verletzungen zugefügt. Danach sei er in Wagen 4 gewechselt und habe einem 39-Jährigen in den Körper gestochen.

Messerattacke in ICE: Polizei verrät bei Statement neue Erkenntnisse

Nach dem Halt des Zugs in Seubersdorf seien Streifenbeamte in den Zug gekommen und hätten den mutmaßlichen Tatverdächtigen unter Vorhalt von Schusswaffen auf den Boden dirigiert. Er habe sich dann widerstandslos festnehmen lassen. In seiner Hose habe er ein blutverschmiertes Klappmesser gehabt.

Die Polizei geht nicht von einem Terroranschlag aus. Es gebe „keine Anhaltspunkte für einen islamistischen Hintergrund“, sagte Kriminaldirektorin Sabine Nagel. Nach ersten Erkenntnissen seien bisher keine Hinweise auf mögliche Mittäter oder Mitwisser aufgetaucht.

Der Tatverdächtige, ein 27-Jähriger, hatte am Samstag im ICE Passau-Hamburg wahllos Mitreisende attackiert. Als Tatwaffe wurde ein Klappmesser mit einer Klingenlänge von acht Zentimetern sichergestellt. Der 2014 nach Deutschland eingereiste Verdächtige, der in Syrien geboren wurde, hatte nach Informationen der Polizei einen Tag vor der Tat seine Arbeitsstelle verloren.

Update vom 7. November, 11.53 Uhr: Der Mann, der am Samstag in einem ICE wahllos aus Passanten eingestochen und drei Männer schwer verwundet hat, soll den Erkenntnissen der Polizei zufolge vor kurzem seinen Arbeitsplatz verloren haben. Der 27-Jährige leide unter Wahnvorstellungen und psychischen Problemen, heißt es in einer Meldung der Deutschen Presseagentur.

Das Motiv des jungen Syrers, der seit sechs Jahren in Deutschland lebt, bleibt nach wie vor unklar. Eine Durchsuchung seiner zuletzt gemeldeten Wohnung in Passau brachte keine neuen Erkenntnisse, heißt es das Polizeikreisen. Die Handydaten des Verdächtigen seien noch nicht vollständig ausgewertet.

Messerattacke in ICE in Bayern: Täter wohl psychisch labil - keine Anzeichen für Terror-Angriff

Bei dem Angriff am Samstagmorgen waren drei Männer im Alter von 26, 29 und 60 Jahren von dem Angreifer verletzt worden. Eines der Opfer konnte die Klinik bereits am Abend wieder verlassen. Als Tatwaffe wurde ein Klappmesser sichergestellt. Anzeichen für einen extremistischen Anschlag gibt es derzeit nicht.

Update vom 7. November, 8.39 Uhr: Nach der blutigen Messerattacke in einem ICE von Passau nach Hamburg, sind die Hintergründe der Tat weiterhin völlig unklar. Am frühen Nachmittag soll es eine Pressekonferenz geben, bei der Polizei und Staatsanwaltschaft über den aktuellen Stand der Ermittlungen berichten wollen. Die Veranstaltung soll um 13 Uhr im Landratsamt in Neumarkt in der Oberpfalz stattfinden, heißt es in einer Vorankündigung. Sie soll auch auf der Facebook-Seite der Polizei live übertragen werden.

Messerattacke in ICE: Drei Männer bei Angriff verletzt - Polizei kündigt Pressekonferenz an

In dem Zug waren am Samstagvormittag auf der Strecke zwischen Regenburg und Nürnberg drei Männer im Alter von 26, 39
und 60 Jahren schwer verwundet worden. Als mutmaßlichen Täter nahm die Polizei einen 27-jährigen Syrer fest, der sich nach Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) seit 2014 in Deutschland aufhält und zuletzt in Passau gewohnt haben soll.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, die Polizei arbeite mit Hochdruck daran, die Hintergründe der
schrecklichen Tat schnellstmöglich aufzuklären. Hinweise auf weitere Täter gibt es bislang nicht.

Update vom 6. November, 18.42 Uhr: Neue Details rund um den Messer-Angriff in einem ICE: Plötzlich sei die Tür des Abteils aufgerissen worden, es habe eine fast panikartige Flucht in den hinteren Bereich des Zuges gegeben, berichtete ein 77 Jahre alter Fahrgast gegenüber der dpa, der zum Zeitpunkt des Angriffs in einem anderen Waggon saß. „Ein Messerstecher! Rennt nach hinten zum Zugende!“, sei gerufen worden. Dann habe er abgewartet, es sei Gott sei Dank aber nichts passiert. Angst habe er nicht gehabt.

Messerangriff in ICE: Dramatische Szenen im Zug - „Ein Messerstecher!“

Um kurz vor neun Uhr ging unter anderem beim Polizeipräsidium Oberpfalz ein Notruf ein: „Messerangriff auf Fahrgäste“, wie Polizeisprecher Florian Beck sagte. Der ICE mit 200 bis 300 Fahrgästen an Bord hielt an dem kleinen Bahnhof Seubersdorf. Ob der 27-Jährige von anderen Fahrgästen oder von Polizeibeamten überwältigt wurde, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen.

Erstmeldung vom 6. November 2021

Seubersdorf - Bei einer Messerattacke in einem ICE zwischen Regensburg und Nürnberg* sind mehrere Menschen verletzt worden. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz sagte am Samstag: „Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Es gibt keine Erkenntnisse, dass weitere Täter vorhanden sind.“ Die Hintergründe waren noch völlig unklar.

Messerangriff auf ICE: Erste Informationen zu mutmaßlichem Täter - „psychisch auffällig“

Sprecher von Landes- und Bundespolizei wollten auf Anfrage keine näheren Angaben zum Festgenommenen machen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen soll es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 27-jährigen Syrer handeln. Aus Sicherheitskreisen hieß es zudem, der Angreifer habe mit einem Messer drei Menschen verletzt. Zwei von ihnen erlitten demnach schwere Verletzungen. Die Bild berichtete, der Festgenommene solle „psychisch auffällig sein“ und im Zug um Hilfe gerufen haben.

Bei ICE-Fahrt zwischen Ingolstadt und Nürnberg - Großaufgebot rückt nach Notruf an

Kurz nach 9.00 Uhr sei ein Notruf bei der Polizei eingegangen, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Der ICE stehe jetzt im Bahnhof Seubersdorf im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Die Polizei sei mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Bahnstrecke Regenburg-Nürnberg war seit etwa 9.00 Uhr gesperrt. Andere Züge auf der Strecke seien zunächst an geeigneten Bahnhöfen zurückgehalten worden, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Mittag. Inzwischen werde der Fernverkehr über Ingolstadt umgeleitet. Für die Fahrgäste bedeute das 30 bis 60 Minuten längere Fahrzeiten.

Messerattacke in ICE: Seehofer gibt Statement ab - „Messerattacke im ICE ist furchtbar“

Bundesinnenminister Horst Seehofer drückte sein Entsetzen aus und rief zur Besonnenheit auf. „Die grausame Messerattacke im ICE ist furchtbar“, zitierte ihn Ministeriumssprecher Steve Alter im Kurznachrichtendienst Twitter. Seehofer hoffe, dass die Verletzten und diejenigen, die diese Tat miterleben mussten, schnell und vollständig gesund werden. Seehofer, der bis zur Bildung einer neuen Regierung geschäftsführend im Amt ist, dankte demnach den Einsatzkräften der Polizei und dem Zugpersonal „für ihren mutigen Einsatz“. Der CSU-Politiker sagte, die Hintergründe der grausamen Tat seien noch unklar und müssten aufgeklärt werden. „Erst dann ist eine Bewertung möglich.“

Wann die Sperrung der Bahnstrecke aufgehoben werde, sei derzeit nicht vorherzusagen, teilte die Deutsche Bahn auf Twitter mit. „Es kommt zu Verspätungen“, hieß es weiter. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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