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Immobilien-Markt Bayern: Wo Häuser und Wohnungen noch bezahlbar sind

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Von: Nadja Hoffmann

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Die Altstadt von Ingolstadt:  Ein Immobilien-Report zeigt, wo Häuser und Wohnungen noch bezahlbar sind.
Die Immobilien-Preise steigen ungebremst. Doch abseits von München gibt es noch bezahlbare Standorte. © Armin Weigel/dpa

Die Mieten und Immobilienpreise steigen weiter - vor allem in München. Doch es gibt noch Standorte, an denen Häuser und Wohnungen noch bezahlbar sind.

Ingolstadt - München bleibt die teuerste Stadt Deutschlands – und ein Ende der Preisexplosion ist nicht in Sicht. In den vergangenen fünf Jahren sind die Mieten um 20 Prozent* gestiegen. Wer sich eine neue Eigentumswohnung leisten will, hat vor zehn Jahren noch 4400 Euro pro Quadratmeter gezahlt– heute sind es 11.000 Euro!

Hohe Immobilienpreise: Flucht aus München

Es sind unfassbare Zahlen, die der Immobilienverband Deutschland (IVD) am Montag präsentierte. Im Spezial-Report München-Augsburg-Ingolstadt zeigt sich aber auch: Immobilien-Käufe werden zwar in den größeren Städten Bayerns immer teurer. Aber es gibt super Alternativen – wie eine Mietwohnung in Ingolstadt.

Ein kleiner Garten, mehr Raum für Freizeit und Familie, Flucht aus der Großstadt: Das sind laut Florian Schreck die Gründe, die für viele Münchner für einen Umzug in ein ländliches Umfeld sprechen. „Es gibt deutliche Ausweicheffekte“, sagt der IVD-Experte mit Blick auf den Wohnmarkt-Wahnsinn in der Landeshauptstadt. Wer sich dort kein Eigentum leisten kann, schaut ins Umland.

München

- Miete/m²: 18,30 Euro

- Einfamilienhaus: 2,1 Millionen Euro

- Doppelhaushälfte: 1,57 Millionen Euro

- Eigentumswohnung/qm: 11.100 Euro

- Einwohner: 1,49 Millionen

Alternative Augsburg

Augsburg etabliere sich dabei* immer mehr zur Alternative zu München, verdeutlichte Professor Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungs-Instituts. 10.255 Beschäftigte pendeln laut der IWD-Erhebung täglich von Augsburg in die Landeshauptstadt. Vor zwei Jahren waren es noch acht Prozent weniger.

Was für die Fugger-Stadt spricht? „Der Standort hat spezielle Vorteile“, sagt Kippes. Vor allem die gute Anbindung per Auto oder Zug. Letzterer braucht gerade mal 30 Minuten zwischen beiden Hauptbahnhöfen. Die Nachfrage nach Wohnraum sei in Augsburg immens. Die Preise: im Vergleich zu München deutlich geringer. Für ein Einfamilienhaus zahlt man in Augsburg fast nur ein Drittel der Kaufsumme.

Aber: Auch in der Fugger-Stadt wird das Wohnen teurer: Der Preis für eine neue Eigentumswohnung ist in den vergangenen Jahren von 2570 auf 6300 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Die Mieten gingen in den letzten fünf Jahren um 21 Prozent nach oben.

Augsburg

- Miete/m²: 11,20 Euro

- Einfamilienhaus: 770.000 Euro

- Doppelhaushälfte: 675.000 Euro

- Eigentumswohnung/qm: 6300 Euro

- Einwohner: 295.000

In Ingolstadt sinken die Mieten

Ganz anders ist in letzterem Punkt die Lage in Ingolstadt: Dort sind die Mieten zuletzt um 15 Prozent gesunken! Wer eine Wohnung sucht, hieß es bei der Präsentation des IVD-Berichts, bekomme schnell gute Qualität für einen vernünftigen Preis. Zum Vergleich: Der Mietspiegel liegt hier bei 9,90 Euro pro Quadratmeter, in Augsburg sind es 11,20 Euro, München bringt es auf 18,30 Euro.

Das Spezielle an der Situation: In Ingolstadt ging die Nachfrage nach Wohnimmobilien laut IVD spürbar zurück. Als Gründe dafür werden die Dieselkrise um den Audi-Konzern und der darauffolgende Strukturwandel in der Automobilindustrie* genannt. Immer weniger Fachkräfte zieht es nach Ingolstadt.

Ingolstadt

- Miete/m²: 9,90 Euro

- Einfamilienhaus: 620.000 Euro

- Doppelhaushälfte: 585.000 Euro

- Eigentumswohnung/qm: 4710 Euro

- Einwohner: 137.000

Die Preise im Umland

Der IVD-Bericht vergleicht die Preise für eine ganze Reihe von Städten und Gemeinden rund um München. Klar ist: Billig ist es nirgends – vor allem nicht, wenn man eines der begehrten frei stehenden Einfamilienhäuser sucht. In Starnberg werden beispielsweise 1,9 Millionen Euro fällig, in Dachau 1,1 Millionen. In Markt Indersdorf kann man immerhin für 705.000 Euro fündig werden, in Petershausen laut IVD sogar für nur 465.000 Euro. 

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