Die irre Geschichte eines 15-Meter-Sturzes

"Das ist nicht mein Mann, der ist auf dem Balkon"

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Der Mann überlebte einen 15-Meter-Sturz fast unverletzt

Ingolstadt - Wie hat er das nur gemacht? Diese Frage stellen sich viele in Ingolstadt, die vom Fast-Unglück eines 54-Jährigen erfuhren. Er war am Sonntagabend dem Tod mehr von der Schippe gefallen als gesprungen.

Der Fall: Vermutlich weil er über den Durst getrunken hatte (darauf lässt ein Blutalkoholwert von 2.8 Promille schließen) wurde unser Glückspilz von der Gattin auf den Balkon im sechsten Stock des Hochhauses verbannt. Die Etagen liegen nicht versetzt, sondern übereinander. Der Balkon selbst dürfte gut 15 Meter über dem Boden liegen.

Gegen 22 Uhr krachte es plötzlich im vierten Stock, und zwar auf dem Balkon einer älteren Dame, die berichtete zurecht verschreckt der Polizei: „Bei mir ist draußen ein Mann gelandet.“ Die Person, so spekulierte die Dame, „ist vom oberen Stockwerk heruntergekommen“. Eine Streife machte sich auf den Weg, vergewisserte sich vom Wahrheitsgehalt der Beschreibung und stellte zudem verblüfft fest: Das Sturzopfer hat sich kaum wehgetan. Zu riechen war eine Fahne. Der Grund für den Sturz?

„Niemals!“ Das Sturzopfer sagte vielmehr aus, ihm sei das Malheur, bei einer Katzenverfolgung passiert, die sei von seinem Balkon auf den des Nachbarn, gesprungen. „Um den Sachverhalt nachvollziehen zu können“, so die Beamten, klingelte man an der Wohnung des Gestürzten, der weiter unten noch Wunden leckte – soweit der Trunkenheitszustand dies erlaubte. Die Gattin öffnete und meinte zunächst: „Dies kann nicht mein Mann sein, der ist nämlich draußen auf dem Balkon.“ Sie hätte ihn nach einem Streit ausgesperrt. Doch da war niemand mehr, der Gattin fiel die Bappn runter, fast so tief wie vorher ihr ganzer Mann.

Klar war nun: Mit den Kletterkünsten war es bei ihrem Angetrauten nicht weit her. In der Ingolstädter Klinik, in der der Freeclimber zur Sicherheit eingeliefert wurde, stellte man mit Erstaunen fest: nur Gehirnerschütterung ein Rippenbruch. Also so gut wie nichts, was einem bei so einer Aktion gedroht hätte.

Kinder und Betrunkene haben halt doch das nötige Glück, was bleibt ist die Anwort auf die Anfangsfrage. Wie hat er das gemacht? Auch die Polizei weiß es nicht: „Vielleicht hat ihn ein Windstoß zum Haus hingeweht?“ Der wäre aber dann von ganz oben gekommen.

Markus Christandl

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

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