Inka soll besessen sein und deshalb sterben

Henndorf am Wallersee - Gut Aiderbichl im Salzburger Land ist ein sicheres Heim für einsame und gequälte Tiere. Viele Kreaturen fanden hier dank Tierretter Michael Aufhauser ein neues und sicheres Zuhause. Doch mit was es der Tierschützer derzeit zu tun hat, ist sein härtester Fall.

Er kämpft für die 20-jährige russische Warmblutstute Inka. Sie soll sterben. Ihre Besitzerin Helga M. (Name von der Redaktion geändert) will das Pferd ohne Wenn und Aber tot sehen! Denn Inka soll angeblich besessen sein und zu einer Tierheilpraktikerin gesagt haben: „Menschen sind böse, und ich will nichts mit ihnen zu tun haben.“

Helga M., der das Pferd seit elf Jahren gehört und die in Niederbayern lebt: „Inka tritt seit sieben Jahren gezielt nach Menschen.“ Sie behauptete: 20 Menschen habe sie bereits getreten, zwei von ihnen sollen sogar ins Krankenhaus gekommen sein. „Ich möchte nicht mehr warten, bis ich Tritte bekomme oder bis eine Mama anruft und sagt, ihr Kind sitzt im Rollstuhl.“ Inka wisse zudem genau, wann sie wo treten müsse, um Leute zu verletzen. Konsequenz: Vom Reiterhof „Happy Horse“ im Raum Kelheim hat Helga M. ihr Pferd schon zum Schlachter bringen lassen. Da steht Inka jetzt seit einer Woche und wartet auf den Tod durch Bolzenschuss.

Doch dieses Töten will Michael Aufhauser unbedingt verhindern. „Dieses Tier ist nicht böse, sondern sanftmütig und unschuldig“, sagt Aufhauser – und zum Beweis präsentiert er 15 Unterschriften von Freunden von Inka, die am Reiterhof gesammelt worden waren. So will etwa Familie Erhardt, die eine Reitbeteilung auf Inka hatte, das Pferd kaufen. Tochter Elena (14) reitet gerne auf Inka. „Bisher gab es noch nie Schwierigkeiten mit dem Pferd“, sagt ihre Mutter.

Auch Hans Wintersteller, der auf Gut Aiderbichl arbeitet, würde Inka privat aufnehmen. Er hat Helga R. bereits den dreifachen Schlachtwert geboten, damit die 20-jährige Stute bei ihm ein neues Zuhause findet. Er war sogar übers Wochenende beim Metzger, um dort die Stute freizukaufen. Doch ohne Erfolg – es kam sogar fast zu einem Handgemenge. „Ich habe keine Chance gehabt, das Pferd zu bekommen.“ Die Metzger-Familie selbst ist mittlerweile „fix und fertig. Hätten wir gewusst, was für ein Trara das wird, hätten wir das Pferd nicht angenommen“, sagt die Frau des Schlachters. Ihr Betrieb sei vertraglich zum Schlachten verpflichtet: „Wir machen nur unsere Arbeit.“ Dass Inka überhaupt noch lebt, liege daran, dass noch nicht alle für die Schlachtung benötigten Papiere vorhanden sind. Sobald diese eintreffen, schlägt Inkas letzte Stunde.

Tierschützer Michael Aufhauser will dies mit den Tierfreunden vom Reiterhof unbedingt noch verhindern. „Wir alle wollen Inka retten“, sagt Aufhauser. „Es kann doch nicht sein, dass ein Mensch ein gesundes Tier töten lässt, nur weil er es will.“ Auch die Reiterhofbesitzerin Evi Paulus ist verzweifelt: „Das Pferd ist gesund, es kann locker 30 Jahre alt werden.“ Kleinere Zickereien seien bei Pferden normal: „Manchmal stampft Inka oder schlägt aus, In der Herde ist Inka das unproblematischste Pferd, das ich je hatte.“ Das bestätigt auch Melanie Mierswa. Sie hatte ein Jahr lang eine Reitbeteiligung. „Ich konnte mit Inka alles machen, ausreiten, springen, sie war nie aggressiv.“

Doch Helga M. lässt nicht an ihrem Entschluss rütteln – seit zweier Sitzungen mit einer Tierheilpraktikerin. Seitdem graut es Helga R. vor ihrer Stute, das einmal sogar ihr „Traumpferd“ war. Obwohl sie auch die Teenager verstehe, die Inka retten wollen. „Inka ist auch lieb, aber eben auch gefährlich.“ Sie könne diese Verantwortung einfach nicht mehr tragen.

Selbst wenn das Tier verkauft worden wäre, würde sie immer daran denken, ob Inka zuschlagen würde. Deswegen hat sie auch jedes Kaufangebot von Michael Aufhauser eisern abgelehnt. „Er kann Inka gerne haben, allerdings nur in Stücken!“

Quelle: tz

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