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Bürgerentscheid

Inning: Aus für die Windkraft am Ammersee

Inning - Die Inninger hatten das Wort: Am Sonntag entschieden sie bei einem Bürgerentscheid, ob im Gemeindegebiet nördlich der Autobahn 96 bis zu drei Windkraftanlagen errichtet werden sollen. 

In Inning am Ammersee werden keine Windkraftanlagen gebaut. Die Bürger der Gemeinde haben sich am Sonntag, wie der Starnberger Merkur berichtet, mit 907 zu 779 Stimmen gegen die drei geplanten Windräder nördlich der Lindauer Autobahn ausgesprochen. Das sind 53,8 Prozent der Bürger, die abgestimmt haben.

Wochenlang hatten die Gegner lautstark gegen die Pläne protestiert. Der Standort war der einzige im westlichen Landkreis Starnberg, der nach der 10H-Regelung für Windkraftanlagen noch in Frage gekommen wäre. Der Bürgerentscheid von Inning bedeutet damit das Aus der Energiewende durch Windkraft im westlichen Landkreis Starnberg.

Gerald Kurz freut’s. Der CSU-Gemeinderat von Grafrath (Landkreis Fürstenfeldbruck) hätte bei einem anders lautenden Ergebnis über eine Klage nachgedacht. Denn auch seine Gemeinde im Nachbarlandkreis wäre von den Windrädern betroffen: Sie ist nur 1350 Meter vom geplanten Standort entfernt. Kurz zweifelt Windenergie allgemein an. „Es fehlt die Speichergelegenheit für Windkraft. Deshalb wird der Strom, der in Deutschland durch Windkraft erzeugt wird, heute teils nach Österreich verkauft oder verschenkt“, so Kurz. Und Wind gebe es in Bayern auch zu wenig. „Das rechnet sich nicht.“

Diese Argumente kennt Walter Kellner nur zu gut. Der Vorsitzende des Vereins Energiewende Landkreis Starnberg engagiert sich unermüdlich dafür, Windkraft-Gegner wie Kurz umzustimmen. Und das gehe am besten durch Information. „Das Speicher-Argument stimmt so nicht. Wir können heute schon überschüssigen Windstrom in Gas verwandeln. Die technischen Lösungen sind da“, sagt Kellner. Er betont: „Wenn wir die Energiewende wollen, dann müssen wir jetzt handeln.“ Denn eines sei klar: Es bestehe gesellschaftlicher Konsens bezüglich der Energiewende.

Warum gibt’s dann aber immer wieder lautstarke Proteste? „Weil die Gegner die Anwohner vor Ort mit emotionalen Argumenten beeinflussen und so mehr Leute mobilisieren als die Gegenseite, die Windräder bauen lassen will“, mutmaßt Kellner.

Auch deshalb wünscht sich Kellner eine klare Positionierung der örtlichen Politiker. In der Gemeinde Berg (Landkreis Starnberg) etwa ist der Bau von vier Windenergieanlagen beschlossen. Hier hatte sich die Politik für den Bau stark gemacht.

Walter Bleimaier, Bürgermeister von Inning (CSU), findet, dass seine Partei sich deutlich genug für die drei Windräder stark gemacht hat. „Bis auf eine Fraktion, die Bürgerinitiative für Innings Zukunft, haben wir uns im Gemeinderat alle für die Windkraft ausgesprochen.“

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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