Brummifahrer stürmten Supermärkte

Der Monster-Stau auf der A93

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Die Autobahn 93 war teilweise stundenlang komplett dicht.

Rosenheim - Das gab’s noch nie: Tausende Lkw stehen auf der Inntalautobahn über 20 Kilometer lang Rad an Rad – und schuld war nicht der Reiseverkehr! Im Gegenteil:

Die Italiener sperrten am Montag alle Brummis aus, weil heftige Schneefälle vorhergesagt worden waren. Die Folge: In Österreich waren kurzerhand die Parkplätze und Autobahnen dicht – alle Lastwagen kamen zum Stehen. Auf einen Schlag. Monsterstau in Bayern !

Am stärksten traf es die Inntalautobahn von Rosenheim bis zur österreichischen Grenze in Kiefersfelden. „So etwas haben wir noch nicht erlebt“, sagte Polizeisprecher Andreas Sonntag. Parkplätze und Raststätten waren bereits am Montag komplett dicht. Und so fingen die Beamten aus Rosenheim gemeinsam mit den Kollegen der Verkehrspolizei die Lkw vor der Grenze ab – und beorderten sie auf die rechte Fahrbahnspur. Die Folge: Eine riesige 20-Kilometer-Schlange von Brummis – bis Dienstagvormittag. Während die Polizisten auf der Autobahn mit den Lastwagen beschäftigt waren, gab’s für die Raststätten in Bayern und Österreich allerhand zu tun. So belegt waren sie schon lange nicht mehr. „Hier ist der Teufel los“, so ein Betreiber zur tz. „Nichts geht mehr!“

Brummifahrer stürmten Supermärkte, fuhren nach Kiefersfelden, deckten sich mit Lebensmitteln ein. „So viel haben wir an einem Tag schon lange nicht mehr verkauft“, sagte eine Ladenbesitzerin zur tz. Die Renner: In­stantkaffee und Schokoriegel. Keiner wusste, wie lange Italien die Sperre für Lkw aufrecht erhalten würde.

Mit diesen Promis stehen wir gerne im Stau

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Nachdem die rechte Fahrspur blockiert war, bildete sich auch noch ein fünf Kilometer langer Auto-Rückstau auf der linken Spur. Dazu ein Schneechaos. „Wir müssen wirklich schauen, dass wir das alles geordnet über die Bühne kriegen“, so der Polizeisprecher. Auch für Skiurlauber ging es nur im Schneckentempo voran. Erst Dienstagmittag kam die erlösende Meldung: Lastwagen dürfen wieder nach Italien einfahren. „Wir hoffen, dass sich alle nun fair und respektvoll verhalten – und vor allem nicht auf die linke Fahrspur wechseln, damit der Rückstau sich langsam und gut auflöst“, so die Rosenheimer Polizei.

Und so rollte die Blechlawine am Brenner langsam wieder an. In Kiefersfelden war davon logischerweise erst am späten Nachmittag etwas zu spüren. Bis zum Abend kam es dann noch zum stockenden Verkehr – bis hin zum Brennerpass.

Das wichtigste zum Thema Stau

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aw

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