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Inzidenz bei jüngeren Schulkindern über 3700

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Corona-Test
Ein medizinischer Mitarbeiter führt einen Corona-Schnelltest durch. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Die Inzidenzen bei jüngeren Schülern in Bayern gehen durch die Decke und auch unter den Lehrern gibt es Ausfälle. Der BLLV kritisiert „Chaos an den Schulen“.

Erlangen/München - Die Corona-Zahlen bei Schulkindern in Bayern erreichen immer neue Rekordhöhen und auch viele Lehrer sind betroffen. In der am stärksten betroffenen Gruppe der Sechs- bis Elfjährigen Kinder hat die Inzidenz inzwischen einen Wert von 3727 erreicht, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Montag mitteilte. Das ist ein Anstieg um gut 70 Prozent zum vor einer Woche gemeldeten Wert. Zudem sind nach Angaben des Kultusministeriums inzwischen gut zwei Prozent aller Lehrerinnen und Lehrer im Zusammenhang mit Corona zu Hause.

1,6 Prozent der Lehrkräfte fehlen dem Ministerium zufolge aufgrund eines positiven Corona-Tests, 0,43 Prozent wegen Quarantäne. Zudem standen 0,09 Prozent aufgrund eines ärztlichen Attestes mit Covid-19-Bezug, der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe, nicht für normalen Unterricht zur Verfügung.

Man könne inzwischen von einem „Chaos an den Schulen sprechen“, sagte die Präsidentin des Lehrerverbands BLLV, Simone Fleischmann. Sie kritisierte, dass die Schulleiter sich derzeit in einer schwierigen Situation befänden, wenn die Gesundheitsämter vor Ort bei den Entscheidungen über Quarantäne und Klassenschließungen nicht mehr hinterherkämen.

„Machen wir einfach weiter und riskieren wir eine Durchseuchung?“, fragte Fleischmann. „Oder erkennen wir an, dass es Schulen gibt, wo es nicht mehr geht?“, weil Lehrer wegen Lehrermangel und Corona fehlten und so viele Schüler nicht an der Schule seien, dass es sich nicht mehr lohne Präsenzunterricht zu halten. Dabei gebe es keine einheitlichen Lösungen, betonte sie. Aber wo es mit dem grundsätzlich gewünschten Präsenzunterricht nicht funktioniere, könne es notwendig werden, auf Distanzunterricht zu wechseln.

Auch bei älteren Schülern verschärft sich die Situation, wenn auch nicht so schnell und drastisch wie bei den jüngeren. So liegt die Inzidenz unter Zwölf- bis 15-Jährigen bei 2569, wie aus den LGL-Zahlen hervorgeht, in der Gruppe im Alter von 16 bis 19 Jahren bei 2183.

Die vierthöchste Inzidenz findet sich bei Kindern im Vorschulalter bis fünf Jahren mit 1707. Die Werte in dieser Gruppe waren lange Zeit unterdurchschnittlich und sind erst kürzlich stark angestiegen. Dazu könnte auch Einführung der Testpflicht für Kindergartenkinder beigetragen haben. Diese sorgt - wie die regelmäßigen Tests in Schulen - dafür dass in diesen Altersgruppen weniger asymptomatische Erkrankungen übersehen werden.

Nach wie vor die niedrigsten Inzidenzen weist das LGL für die Gruppen der 60- bis 79-Jährigen mit 411 und ab einem Alter von 80 mit 300 aus. Grundsätzlich weist das LGL allerdings darauf hin, dass es derzeit durch die hohen Fallzahlen zu Meldeverzögerungen und einer höheren Dunkelziffer kommen könnte. dpa

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