Als Landkreistagspräsident

Kreidl tritt nach Skandalen zurück

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Erklärte nach mehreren Skandalen am Freitag seinen Rücktritt als Verbandschef: Jakob Kreidl.

Miesbach - Der Miesbacher Landrat Jakob Kreidl hat am Freitag seinen Rücktritt als Landkreistagspräsident erklärt. Kreidl zog damit die Konsequenzen aus mehreren Skandalen, die jüngst bekannt geworden waren.

Der wegen einer von der Sparkasse gesponserten Geburtstagsfeier unter Druck geratene Miesbacher Landrat Jakob Kreidl (CSU) tritt als Präsident des Bayerischen Landkreistags zurück. Um Schaden vom Landkreistag und den Landräten abzuwenden, lege er "mit sofortiger Wirkung" sein Amt als Verbandschef nieder, schrieb Kreidl am Freitag in einem Brief an seine Amtskollegen. An seiner Kandidatur für das Amt des Miesbacher Landrats bei der Kommunalwahl am 16. März will er festhalten.

Lesen Sie hier die Erklärung von Jakob Kreidl

Die oppulente Geburtstagsfeier von Jakob Kreidl

Die Kritik an Jakob Kreidl war in den vergangenen Tagen immer lauter geworden. Im Fokus stehen seine oppulente Geburtstagsfeier und die Kosten in Höhe von über 118.000 Euro dafür. Einen großen Teil der Kosten hat die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee finanziert. 77.265,89 Euro hat die Bank für Fest von Jakob Kreidl hingeblättert. Der Landrat selbst hat laut Landratsamt genau 7639,69 Euro für die Party bezahlt. Das Landratsamt soll die restlichen 33.217,42 Euro für die Feier übernommen haben.

Seehofer schaltet sich ein

Ministerpräsident Horst Seehofer hat die Begründung der Sparkasse für die großzügige Teilfinanzierung zu Kreidls 60. als "abenteuerlich" kritisiert. Der Kreissparkassen-Vorstandsvorsitzende, Martin Mihalovits, hatte zu den dafür von seinem Haus eingesetzten rund 77.000 Euro gesagt: „Wann kommt man als Kunde schon einmal mit dem Ministerpräsidenten und dem Kardinal zusammen.“ Der Ministerpräsident reagierte darauf mit deutlicher Kritik. Seehofer wörtlich: „Das als Begründung für Sponsoring zu nehmen halte ich für abenteuerlich.“

Kreidl auch wegen Plagiat und Nebeneinnahmen in der Kritik

Auch wegen einer plagiierten Doktorarbeit sowie üppigen Nebeneinnahmen weht Jakob Kreidl seit Wochen ein scharfer Wind ins Gesicht. Die SPD im Landkreis Miesbach hielt den CSU-Mann auf dem Landratssessel mittlerweile für untragbar. "Das Fass ist übervoll", hatten Christine Negele, Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion und Martin Walch, Fraktionssprecher des SPD- Kreisvorstandes gesagt.

"Ein "Bildungslandkreis" in dem der Landrat sich den Dr. Titel erschwindelt. Eine Sparkasse die zum Selbstbedienungsladen des Landrats und des Aufsichtsrats herabgestuft wird. Ein Kreistag, in dem die CSU und die Freien Wähler dem Landrat blind folgen." Die SPD-Sprecher befürchteten in einer Presseerklärung vor wenigen Tagen, dass durch die Affäre Jakob Kreidl der gesamte Landkreis Miesbach beschädigt werde. 

js

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