In Jeans & Turnschuhen

Vater und zwei Kinder aus Tiefschnee gerettet

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Die Falkenhütte im Karwendel wurde beim jüngsten Wintereinbruch völlig eingeschneit. Trotz 70 Zentimetern Neuschnee trat ein Hamburger mit seinen zwei Kindern den Rückmarsch ins Tal an – die bergwacht rettete das Trio.

Hinterriß - Ein Familienvater (43) aus Hamburg wurde mit seinen Kindern (6 und 7) von Bergrettern aus dem Tiefschnee befreit. Sie hatten sich trotz Warnung - allesamt in Jeans und Turnschuhen - auf den Rückweg von der Falkenhütte gemacht.

Irrsinn am Berg: Ein Vater (43) aus Hamburg hat mit seinen beiden Kindern (6 und 7) bei 70 Zentimetern Neuschnee trotz eindringlicher Warnung den Rückmarsch von der Falkenhütte im Karwendel angetreten. Das Trio wurde Stunden später durchnässt und erschöpft per Hubschrauber gerettet, weil ein Hüttenwirt das Richtige tat.

„Das war einfach nur dumm“, sagt Hüttenwirt Fritz Kostenzer ganz ruhig. Der 59-jährige Tiroler lebt seit seiner Kindheit auf der Falkenhütte im Karwendel. Der Hamburger und seine beiden Kinder hatten die Nacht auf Freitag in seiner Hütte übernachtet - die Nacht, in der die Berge und Oberbayern unter einer dicken Schneedecke verschwanden.

„Die Drei waren am Donnerstag von der Lamsenjoch-Hütte zu uns herübergekommen - allein das war schon unvernünftig bei der Wettervorhersage“, sagt Kostenzer. Der dortige Hüttenwirt hatte ihn angerufen und Bescheid gegeben - für den Fall der Fälle. Wirklich bergtauglich waren der Vater und seine zwei Kinder nicht angezogen: „Die hatten Jeans und Turnschuhe an.“ Was am Donnerstag noch einmal gut ging, hätte am Freitag fast in einer Katastrophe gemündet: Eindringlich hatte der Hüttenwirt dem Hamburger abgeraten, den Rückweg nach Hinterriß anzutreten. „Aber der wollte sich nichts sagen lassen“, so Kostenzer ernüchtert. Weil ihn das Gewissen plagte, verständigte der Wirt schließlich die Bergwacht, die sofort die Suche aufnahm. Ein Rettungshubschrauber fand die völlig durchnässten und unterkühlten Wanderer schließlich im Tiefschnee.

Nein, oft habe er so etwas noch nicht erlebt, berichtet Hüttenwirt Kostenzer. Er räumt gerade die Falkenhütte auf, macht alles winterfest. Die Hütte ist nun geschlossen, Kostenzer arbeitet den Winter über bei der Rofan-Bergbahn in Maurach. „Der Vater ist wirklich volles Risiko gegangen, obwohl er die Strecke ja überhaupt nicht kennt oder einschätzen konnte“, resümiert der Wirt.

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