Allen Protesten zum Trotz: Der Bau der A 94 hat begonnen

Jetzt rollen die Bagger im Isental

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Gegner und Befürworter der Autobahn 94 halten beim Beginn für den Bau des neuen Abschnitts München - Pocking ihre Protestplakate hoch.

Forstinning - Es muss den Menschen im Isental im Herzen wehtun: Mit eigenen Augen müssen sie mit ansehen, wie die Bagger die Wiesen und Felder ihrer Heimat durchpflügen.

Und das nach einem jahrzehntelangen Kampf – um ihr Land und die noch unberührte Natur.

Aber seit gestern macht die Staatsregierung Ernst: Überraschend hatte sie den Baubeginn samt Festakt in Forstinning (Kreis Ebersberg) angesetzt – mit Spatenstich durch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Karin Roth (SPD), Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium. So hat der Bau des sechs Kilometer langen A 94-Teilstückes zwischen Forstinning und Pastetten offiziell begonnen. Obwohl die Rechtslage noch gar nicht klar ist!

Denn: Die „Aktionsgemeinschaft gegen die A 94“ hat nun vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Beschwerde eingelegt gegen das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH), der alle Klagen gegen die Isentaltrasse abwies und keine Revision zuließ. Die letzte Schlacht im A 94-Trassenkrieg: Die Staatsregierung hat sie mit dem gestrigen Spatenstich eiskalt ignoriert. Naturschützer und Anwohner sind empört wegen dieser Dreistigkeit. Doch sie sind ja auch seit Jahrzehnten einiges gewöhnt.

Denn seit den 70ern fordern die einen – vor allem die Menschen im Südostbayerischen Chemiedreieck – eine Autobahn, um nicht mehr auf der Todesstrecke B 12 fahren zu müssen. Die Menschen in Dorfen und Umgebung aber wollen ihr Land, ihre Auwälder und die dort lebenden seltenen Tierarten erhalten. Sie kämpfen für die Alternativtrasse Haag – die die Regierung von Anfang an abwies.

2005 verhandelte der VGH, verwies die Sache dann an den Europäischen Gerichtshof. Wegen grober Abwägungsfehler musste die Autobahndirektion gar ein ergänzendes Planfeststellungsverfahren einleiten. Doch 2007 wies der VGH alle Klagen ab.

Jubel bei der Regierung – Entsetzen im Isental, als Innenminister Herrmann gleich verkündete, „dass nach der Winterpause die Bagger anrollen“.Seit gestern rollen sie.

Die Menschen und Firmen im Chemiedreieck sind nun einfach froh, dass es mit dem Bau der dringend notwendigen Autobahn nach München endlich weitergeht – egal wo. Die Isentaler aber geben nicht auf. Zig Bauern, die ihren Grund für die Autobahn hergeben müssen, wollen bis zur Enteignung weiterkämpfen. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz, sagt nach wie vor: „Der Bau der A 94 durchs Isental wäre eine der schlimmsten Naturzerstörungen in der Geschichte Bayerns.“ ast

Quelle: tz

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