Auszeichnung für Kräfte gefordert

Drama um Julia (8): Jetzt spricht sie über bange Stunden in der Nacht

Waldgebiet am Fundort des vermissten Mädchens
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Zu sehen ist die Stelle im Wald, an der die vermisste Julia gefunden wurde.

Die dramatische Suche um Julia aus Berlin bewegt die Menschen auch zwei Tage nach ihrer Rettung weiter. Jetzt hat das Mädchen erstmals selbst über ihre Zeit im Wald gesprochen.

Waldmünchen - Es ist die wohl dramatischste Vermissten-Suche seit langer Zeit in Deutschland. Am Sonntagnachmittag, den 10. Oktober, ging die achtjährige Julia aus Berlin an der Grenze zu Tschechien in Bayern verloren. Am Berg Cerchov hatten ihre Eltern sie aus den Augen verloren, 45 Stunden später konnte sie ein tschechischer Förster finden. Das Kind war dabei zwar völlig unterkühlt und geschwächt, jedoch ansonsten unverletzt. Seit dem „Wunder“, von dem viele Einsatzkräfte sprechen, kristallisieren sich immer mehr Details von Julias Alptraum im Wald heraus. Jetzt hat das Mädchen erstmals selbst über die Zeit gesprochen.

Julia in Wald gefunden: Jetzt spricht die Achtjährige erstmals

Das Mädchen aus Berlin hatte wohl mehrere Kilometer im umliegenden Gebiet zurückgelegt. Sie hatte nach Angaben der Polizei versucht, den Wanderweg, an dem sie ihre Eltern zuletzt gesehen hatte, vergebens wiederzufinden. In der Nacht soll Julia dann mehrere Tiere gehört haben, darunter Rehe, Wildschweine und Füchse. Im hohen Gras soll sie sich dann zum Schlafen gelegt haben. Über die gesamten 45 Stunden habe das Mädchen weder gegessen noch getrunken. Gegenüber der Polizei berichtete das 8-jährige Mädchen nun, wie sie die Zeit erlebt hat.

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Drama um Julia aus Berlin: Mädchen verbrachte Nacht auf Hochsitz - und berichtet von bangen Momenten

Demnach verbrachte sie eine der beiden Nächte auf einem Hochsitz, auf dem die Achtjährige mehr oder weniger windgeschützt schlafen konnte. Die Schülerin wurde nur etwa 100 Meter von dem Hochsitz entfernt gefunden. Wie Julia den Beamten gegenüber weiter berichtete, habe sie in den Nächten sehr große Angst gehabt. Dennoch habe sie nicht um Hilfe geschrien, aus Angst, sich somit in Gefahr zu begeben. Die Familie teilte mit, man sei „überglücklich“. Sie bedankte sich „bei allen Helferinnen und Helfern.“ Am Mittwochmittag verließ Julia das Krankenhaus zusammen mit ihren Eltern.

Nach Rettung von Julia: Anerkennung für Einsatzkräfte gefordert

Nach der Rettung fordert der Oberpfälzer Abgeordnete Tobias Gotthardt (Freie Wähler) eine Anerkennung für die rund 1400 Einsatzkräfte. „Es wäre ein angemessenes, auch europäisches Zeichen, die Retter mit einem grenzübergreifenden Staatsempfang oder anderen angemessenen Auszeichnungen zu ehren“, sagte Gotthardt laut Mitteilung vom Donnerstag. „Es ist auch ein Signal des Dankes an die, die die grenzübergreifende Struktur aufgebaut haben, die heute solche Einsätze im Einsatz um Leben möglich machen.“ *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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