Streit um Murnauer Pfarrstraße

Junge Union: Protest-Demo gefloppt

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Nicht alle sind gegen die Einbahnregelung: Etliche Anwohner der Pfarrstraße und der Grüngasse sehen in ihr einen Vorteil – und bekunden ihre Sympathie für Bürgermeister Rolf Beuting, der hinter dieser Lösung steht.

Murnau - Ein Satz mit x:  Die geplante Protest-Demo der Jungen Union Murnau inklusive Marsch wurde abgeblasen, weil kaum Teilnehmer kamen. 

Eine Großveranstaltung wäre die Protest-Demo ohnehin nicht geworden: Nach Auskunft der Polizei waren nur 25 Teilnehmer angekündigt. Es kamen am Ende aber lediglich drei Vertreter der veranstaltenden Jungen Union (JU) Murnau-Staffelsee, die Leiterin des Gemeinde-Kindergartens Andrea Hutter, die Vorsitzende der Frauenunion Murnau Elisabeth Hoyer und ein gutes halbes Dutzend Bürger. Der Elternbeirat war nicht vertreten, Familien mit kleinen Kindern fehlten ebenfalls.

Doch genau um dieser Kinder willen war die Demonstration geplant. Nach Angaben des JU-Ortsvorsitzenden Jakob Olbrecht sollte gegen die Einbahnstraßenregelung in der Pfarrstraße protestiert werden, die für mehr Verkehr vor dem Kindergarten an der Schloßbergstraße sorgt. Alle Autos, die vom Untermarkt kommen, darunter auch die Lieferfahrzeuge der dortigen Geschäfte, führen am Kindergarten vorbei, was die Gefahr für die Kleinen erhöhe. Auch Grundschüler seien vom Verkehr betroffen, da viele von ihnen von der Bushaltestelle durch die Schloßbergstraße zur Schule gingen, so Hutter. Besser wäre es laut Hutter, wenn ein Teil des Verkehrs wieder durch die Pfarrstraße nach Norden fließen würde.

Das meint auch Franz Fischer, der mit der Teilnahme an der Demonstration gegen eine weitere Gefahr durch die Einbahnstraßenregelung protestieren wollte. In einer Einbahnstraße werde viel schneller gefahren, weil die Autofahrer nicht mit Gegenverkehr an der Engstelle im Süden rechnen müssten. Dies gefährde Fußgänger und Radfahrer, argumentiert Fischer.

Bevor er die Veranstaltung absagte, betonte Olbrecht gegenüber den Anwesenden, dass es der JU, Nachwuchsorganisation der CSU, „nur um die Sache geht“. Die Aktion habe keinen parteipolitischen Hintergrund. Hutter und Hoyer schlossen sich dieser Aussage an.

Weiteren Handlungsbedarf sieht Olbrecht nicht. Die von der Gemeinde angeordnete Verkehrsführung sei rechtswidrig, was das Landratsamt bereits bestätigt habe. Die Entferung der Verbotsschilder werde daher sowieso angeordnet und realisiert. „Auf eine Woche mehr oder weniger“, so der JU-Vorsitzende, komme es „jetzt auch nicht mehr an“.

Etwas enttäuscht waren einige Anwohner der Pfarrstraße, die den Demonstrationszug mit ihrer Forderung nach dem Beibehalt der Einbahnregelung begrüßen wollten. Sie sehen in der derzeitigen Regelung einen Vorteil. Bisher seien Fahrzeuge bei Gegenverkehr in der engen Straße häufig auf den Gehsteig ausgewichen, was die Fußgänger auf den schmalen Gehsteigen gefährdet habe. Dies sei jetzt nicht mehr der Fall, hieß es. Außerdem habe der Parkplatzsuchverkehr abgenommen, da nun keine Rundfahrten durch die Grüngasse mehr möglich seien, wie eine Anwohnerin feststellte.

So ganz akzeptiert wird die Einbahnregelung allerdings noch nicht. Innerhalb von zehn Minuten steuerten am Samstagmittag zwei Autofahrer ihre Pkw gegen die vorgeschriebene Richtung die Pfarrstraße hoch.

Alfred Schubert

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