Geständnis vor Gericht

Junger Familienvater vergewaltigte 86-Jährige

Nürnberg - Er schleicht nachts durch die Straßen und beobachtet Frauen in ihren Wohnungen. Bei einer Schlafenden klettert er durchs Fenster und vergewaltigt sie. Sein Opfer ist damals 86 Jahre alt.

Ein junger Familienvater hat vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth die Vergewaltigung einer 86-Jährigen gestanden. In nüchternen Worten bestätigte der Servicetechniker zum Prozessbeginn am Montag die Anklage der Staatsanwaltschaft. So sei er im Juli vergangenen Jahres durch das Fenster der schlafenden Seniorin eingestiegen, "um sich sexuelle Erregung zu verschaffen".

Als die Frau von seinen Berührungen aufwachte und sich heftig wehrte, drückte ihr der heute 30-Jährige ein Kissen auf den Kopf, bis sie bewusstlos wurde. Außerdem fügte er ihr mehrere Knochenbrüche zu. Die Verletzungen und das Alter seines Opfers seien ihm nicht bewusst gewesen, sagte der Angeklagte.

Bei der Vernehmung der inzwischen 87-Jährigen wurde der Mann von der Verhandlung ausgeschlossen - allzu groß seien die Risiken für die betagte Dame, bestätigte ein Attest ihrer Psychotherapeutin. Sie sei schwer traumatisiert und müsse jegliche Aufregung meiden; ein Wiedersehen mit ihrem Peiniger könnte zu einem Herzinfarkt führen.

Der Mann hatte zuvor noch die näheren Umstände seiner Tat geschildert. So sei er auf dem Rückweg von einem Grillfest gewesen. Um nicht betrunken zu seiner Ehefrau heimkehren zu müssen, sei er noch etwas spazieren gegangen und habe - wie häufiger in den vergangenen Jahren - durch Fenster Frauen in deren Wohnungen beobachtet. Warum er in jener Nacht vom Spanner zum Vergewaltiger geworden sei, könne er aber nicht erklären.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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