Babou musste eingeschläfert werden

Mit Machete? Junger Kater grausam malträtiert

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Roter Schmusekater: Babou, hier im Februar. Wenige Wochen später malträtiert ihn ein Tierquäler auf grausame Weise.

Murnau - Unfassbar brutal hat ein Tierquäler in Froschhausen Schmusekater Babou malträtiert: Er durchtrennte vermutlich mit Machete oder Messer die Wirbelsäule des Tiers. Für Babou gab es keine Rettung.

Der Täter hielt den Kater dabei in der Nacht zum Samstag offenbar am Schwanz fest. Für das schwerstverletzte Tier, das einen geöffneten Hinterleib aufwies, gab es keine Rettung mehr. Die Besitzer Jürgen Nefzger und Ursula Baudisch-Nefzger, die sehr in ihrem zweieinhalb Jahre alten Babou hingen, mussten den roten Kater sofort einschläfern lassen, um ihn von seinen Qualen zu erlösen. „Er hatte ein so liebes Wesen - es tut ganz furchtbar weh“, sagt Jürgen Nefzger.

Bei den Froschhausern hatte Babou das große Los gezogen: Im Mai 2013 hatten diese das Kätzchen aus dem Tierheim Garmisch-Partenkirchen geholt. Baudisch-Nefzger nahm sich seiner über Wochen mit Engelsgeduld an, bis der scheue Kater Vertrauen fasste und zum anhänglichen, lieben Schmuser wurde, der sich allerdings von Fremden fernhielt.

Nun das furchbare Ende: „Es ist grauenvoll“, sagt Baudisch-Nefzger. Auch Tessy Lödermann, Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins des Landkreises, spricht von einem „sehr, sehr massiven Fall der Tierquälerei. Er brachte wahnsinniges Leid und Schmerzen für das Tier und seine Besitzer, die ihre Katze über alles geliebt haben.“

Babou muss seinem Peiniger zwischen 3 und 6 Uhr in die Hände gefallen sein. Um 3 Uhr kam er noch wohlbehalten an Baudisch-Nefzgers Bett und begrüßte sie. Anschließend ging er wieder nach draußen, wo an der Froschhauser Leonhardistraße das Grauen auf ihn wartete: Ein Unbekannter habe den Kater vermutlich am Schwanz festgehalten und ihn nach Ansicht einer Tierärztin mit einem scharfkantigen Gegenstand wie einem Messer oder einer Machete massiv am Rücken malträtiert, sagt Harry Schleuder, zuständiger Beamter der Murnauer Polizei. „Der Kater erlitt massive Einschnitte im hinteren Bereich.“ Verletzungen, die nicht von einem landwirtschaftlichen Gerät oder einem Verkehrsunfall herrühren können: „Da ist sich die Tierärztin sicher“, sagt Jürgen Nefzger.

Babou schleppte sich trotz der Qualen zurück neben Baudisch-Nefzgers Bett, wo er sich lautlos hinlegte - bis Frauchen die grauenhafte Entdeckung machte, „diese unglaublich große Verwundung am Hinterteil“; dazu kamen Abschürfungen an der Nase und Blutpunkte im Maul. Bei der Tierärztin platzte die Hoffnung der Nefzgers, man könne Babou noch helfen.

Jürgen Nefzger will nun eine Warnung vor dem Tierquäler aufhängen. Zudem erstattete er Anzeige bei der Polizei, die um Hinweise bittet (Telefon 0 88 41/6 17 60). Der Tierschutzverein setzt 500 Euro Belohnung für Informationen aus, die zum Täter führen (Telefon 0 88 21/5 59 67). Diese können anonym behandelt werden. Zudem appelliert Lödermann an mögliche weitere Tierbesitzer, die Ähnliches erlebt und nicht öffentlich gemacht haben, sich zu melden.

Auch wenn es sich bei Babous Schicksal um einen extremen Fall handelt - ein Einzelfall ist er nicht. 2012 etwa war in Unterammergau eine Katze massiv verletzt und zwei Tage am Schwanz aufgehängt worden. Und 2001 hatten Kinder in Froschhausen den Kadaver eines Hundes entdeckt, dem ein Tierquäler Ohr und Hinterbacke vermutlich mit einem Messer herausgeschnitten hatte.

sj

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