Justizpanne im Badewannen-Mord

+
In diesem Haus starb die alte Dame in ihrer Badewanne: War es wirklich ein Mord?

Rottach-Egern - Er war bereits ein verurteilter Mörder. Doch Hausmeister Manfred G. (51) aus Rottach-Egern beteuert bis heute beharrlich seine Unschuld – und kämpft für einen Freispruch.

Nach dem Mordurteil hat er Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) eingelegt. Mit Erfolg! Dieser hob das Urteil des Landgerichts München II jetzt wegen eines Rechtsfehlers auf. Nun steht alles wieder auf Anfang. Am 7. November beginnt der Prozess von vorn.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Vater zweier kleiner Kinder ein schreckliches Verbrechen vor: Er soll eine alte Frau (87) in der Badewanne ertränkt haben. Am Ende des ersten Prozesses hatte das Schwurgericht München II im Mai 2010 keine Zweifel an der Täterschaft: Nach monatelanger Verhandlung sahen die Richter den Angeklagten durch einer Kette von Indizien überführt. Der 51-Jährige war Hausmeister in einer Wohnanlage am Tegernsee gewesen. Dort lebte auch die alte Dame, um die er sich kümmerte. Doch das Verhältnis soll getrübt gewesen sein. Die Witwe soll eifersüchtig gewesen sein, weil sich der Mann auch um seine Mutter kümmerte.

Im Oktober 2008 dann der Eklat: Der Hausmeister und die Witwe seien in Streit geraten. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass der Mann der Frau zweimal auf den Kopf schlug oder sie schubste, wo­raufhin sie stürzte. Statt Hilfe zu holen, habe er beschlossen, „ein Unfallgeschehen in der Badewanne vorzutäuschen“.

Der Hausmeister habe Wasser in die Wanne einlaufen lassen und die 87-Jährige hi­neingelegt. Noch in seinem letzten Wort hatte der Angeklagte beteuert, das Verbrechen nicht begangen zu haben: „Ich bin unschuldig“, sagte er und weinte. Die Richter glaubten dennoch nicht an seine Unschuld: Der Schuldspruch lautete auf Mord. Doch dieses Urteil ist hinfällig. Der BGH verwies den Fall zurück an eine andere Kammer des Landgerichts.

In diesem neuen Prozess will Verteidiger Peter Huber aus Bad Tölz die Unschuld des Hausmeisters beweisen. „Wir glauben, dass die Dame durch einen tragischen Unfall ums Leben gekommen ist“, sagt Huber. Der Anwalt geht davon aus, dass die 87-Jährige in die Badewanne gestürzt und dort ertrunken ist. Ein neues Gutachten zeigt, dass die alte Dame sehr wohl allein in der Wanne gestürzt sein könnte – im ersten Prozess war dies noch verneint worden.

N. Gut

Auch interessant

Meistgelesen

Dichte Rauchwolke über bayerischer Stadt - „Der halbe Landkreis im Einsatz“
Dichte Rauchwolke über bayerischer Stadt - „Der halbe Landkreis im Einsatz“
Promi Markwort: Brachte sein starkes Ergebnis die FDP in den Landtag?
Promi Markwort: Brachte sein starkes Ergebnis die FDP in den Landtag?
Fahrer kommt von der A8 ab und rast in trächtige Kuh
Fahrer kommt von der A8 ab und rast in trächtige Kuh
Mann (24) legt sich auf Fahrbahn - wenig später ist er tot
Mann (24) legt sich auf Fahrbahn - wenig später ist er tot

Kommentare