Das macht er aus Gut Kaltenbrunn

Käfer zeigt sein Riesen-Projekt am Tegernsee

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Das Gut Kaltenbrunn aus der Vogelperspektive. Das Foto stammt aus dem Jahr 2011. Inzwischen hat sich einiges verändert, die einzelnen Gebäude sind aber erhalten: 1) Königsbau mit davor liegendem Gast- und Familienbiergarten. 2) Ärztehaus. 3) Pferdestall. 4) Rinderstall. 5) Gesindehaus. 6) Innenhof. 7) Salettl (abgerissen) - hier steht jetzt ein Anbau.
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Großgastronom Michael Käfer hat das Gut von der Blue Lion GmbH - einer Schörghuber-Firma - gepachtet.
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Küchendirektor und Geschäftsführer Andreas Schinharl leitet das Gut Kaltenbrunn.
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Der Gastgarten gehört zum Restaurant im Königsbau und befindet sich vorderhalb vom Anbau. Hier werden die Gäste an den Tischen bedient. 
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Der Gastgarten des Königsbaus.
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Blick von oben auf den Königsbau-Gastgarten.
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Der Anbau am Königsbau verfügt über viele Glasflächen, um den Blick auf den Tegernsee freizugeben.
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Einen tollen Ausblick hat man vom Gastgarten des Restaurants auf das Tegernseer Tal.

Gmund - Am 25. Juni wird Gut Kaltenbrunn am Tegernsee eröffnet. Vorab konnten wir einen Blick auf das Riesen-Projekt von Großgastronom Michael Käfer werfen - und mit ihm sprechen.

„Eines der besten Wirtshäuser Oberbayerns“ will der Münchner Gastronom Michael Käfer (47) aus Gut Kaltenbrunn bei Gmund am Tegernsee machen. Das Anwesen hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 15 v.Chr. zurückreicht und ist seit 1975 im Besitz der Unternehmer-Familie Schörghuber. Am Donnerstag, 25. Juni, werden nach umfangreichem Umbau zwei Biergärten und Restaurants neu eröffnet. Zwei weitere Bauabschnitte folgen. Den symbolischen Schlüssel dafür hat Eigentümerin Alexandra Schörghuber an ihren neuen Pächter bereits überreicht. Im Interview plaudert Michael Käfer über sein neuestes Projekt.

Herr Käfer, Sie sind jetzt auch am Tegernsee angekommen und nehmen einen Platz in der langen Geschichte eines traditionsreichen Anwesens ein. Was ist das für ein Gefühl für einen erfolgsverwöhnten Menschen wie Sie?

Wir haben uns ja viel mit der Geschichte von Kaltenbrunn beschäftigt, aber bei der Schlüsselübergabe von Alexandra Schörghuber an mich am Donnerstagabend ist mir die Bedeutung noch einmal so richtig bewusst geworden. Das ist schon ein magischer Ort hier, für mich als Bayer der schönste Platz der Welt. Vor zwei Jahren, als die Pläne eingereicht wurden, war ich aber schon ein bisserl nervös und gespannt, was die Leute sagen, wenn wieder ein Münchner an den Tegernsee kommt.

Ist das Tegernseer Tal komplett Neuland für Sie?

Ich bin im Osten von München aufgewachsen und seit meiner Kindheit immer wieder hier. Besonders in meiner Jugendzeit war der Tegernsee recht spannend zum Ausgehen. Seit fünf Jahren bewohnen wir hier am Wochenende ein Haus.

Wie ist die Kooperation mit Alexandra Schörghuber zustande gekommen?

Immer wieder bin ich hier vorbei gefahren und habe mir irgendwann überlegt: Das geht doch nicht, dass Kaltenbrunn so leer steht. Vor zwei Jahren bin ich dann auf Frau Schörghuber zugegangen und war froh, dass sie offen für ein Gespräch war. Wir sind uns schnell einig geworden, und sie hat bewilligt, dass man hier einen ganz großen Umbau macht.

Hat Ihnen die Besitzerin freie Hand gelassen bei der Umsetzung des Konzepts?

Wir hatten großzügigerweise viel Mitsprache beim Bau. Die essenziellen Dinge, wie zum Beispiel hohe Fenster für den Seeblick, konnten wir einen Konsens finden. Natürlich hat uns der Denkmalschutz permanent begleitet. Dann waren auch Archäologen auf der Baustelle, und man hat tatsächlich zwei Münzen im alten Burggraben gefunden. Bei der Inneneinrichtung hatten wir komplett freie Hand.

Der erste Abschnitt ist geschafft. Ist alles so geworden, wie Sie es sich gewünscht haben?

Natürlich mussten wir da und dort Kompromisse eingehen, aber alles ist genauso geworden, wie wir das wollten.

Ihr Gastronomie-Konzept setzt auf Regionalität und Tradition. Wie eng arbeiten Sie mit lokalen Produzenten zusammen?

Hinter allem steht die Idee, das Gut mit seinem landwirtschaftlichen Charakter, den es früher einmal hatte, wieder aufleben zu lassen. Deshalb haben wir die ‘Erzeugergemeinschaft Käfer Gut Kaltenbrunn‘ gegründet, lassen die seltenen Murnau-Werdenfelser-Rinder züchten, planen eine eigene Fischzucht und Gemüsegärten, wollen Obstbäume pflanzen und künftig auch Schnaps brennen. Wir arbeiten mit örtlichen Bienenzüchtern und einem der letzten Steinschaf-Züchtern am Schliersee zusammen.

...aber es wird kein Tegernseer Bier ausgeschenkt.

Die Familie Schörghuber besitzt einige Brauereien, und es ist selbstverständlich, dass wir hier ihre Marken Hacker-Pschorr und Hopf ausschenken.

Sind Sie personell für den Ansturm zur Eröffnung gerüstet?

Wir sind gut gerüstet und könnten nötigenfalls auch auf Personal aus München zurückgreifen. Trotzdem freuen wir uns weiter über interessierte, engagierte Bewerber.

Hatten Sie schon Gelegenheit, mit der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal und den Gegnern der früheren Hotelpläne ein Bier zu trinken?

Wir hatten schon Gespräche, ja. Die Vorsitzende hat mir auch schon einen positiven Brief geschrieben. Das Beste wäre aber, wenn man den Streit von damals vergisst und in die Zukunft blickt. Wenn Stefan Schörghuber jetzt vom Himmel herabblicken könnte, dann würde ihm sicherlich gefallen, was hier entstanden ist.

Wann soll alles fertig sein, was erwartet die Besucher künftig?

Im Frühsommer soll der Hofladen entstehen. Dann wird der Rinderstall mit Platz für bis zu 600 Personen umgebaut, anschließend der frühere Pferdestall, wo sich im ersten Stock passender Einzelhandel ansiedeln soll. Der große Innenhof wird für Musikfeste, Opernfestivals, Sportveranstaltungen und Märkte zur Verfügung stehen. Mit dem Gärtnerplatz-Theater reden wir gerade wegen einer Sommer-Woche außerhalb Münchens. Ganz besonders freu’ ich mich auf die Eisstockbahnen im Winter. 2017 wird das Gesindehaus voraussichtlich fertig, das Ausbau-Konzept entwickeln wir gerade. Wir denken auch an Hochzeitszimmer.

Alexandra Schörghuber hatte Hotelpläne nach dem Tod ihres Mannes begraben. Werden Sie angesichts des riesigen Platzangebots für Veranstaltungen sie nicht doch noch überreden, neue Überlegungen anzustellen? Wo sollen denn die Leute alle schlafen, die hier feiern?

Ganz klares Nein! Neue Hotelpläne wird es nicht geben, da muss man die Besitzerin einfach verstehen. Es gibt hier am Tegernsee tolle Hotels und auch kleinere Vermieter, die sich viel Mühe geben. Weil die meisten keine Veranstaltungsräume haben, sehen wir das als große Chance, mit den Kollegen zusammenzuarbeiten.

Wie viel Zeit werden Sie persönlich hier verbringen?

Ich werde sicherlich öfters da sein, denn hier steckt schon sehr viel Herzblut drin. Ich muss aber aufpassen, dass ich nicht zu viel Zeit hier verbringe, weil ich ja noch andere Projekte habe.

Wird Kaltenbrunn nun dank Ihres Namens zur neuen Promi-Location?

Nein, auf keinen Fall! Man hat mir erzählt, dass es früher gute Tradition am Tegernsee gewesen ist, dass der Herzog mit seinen Jägern im gleichen Lokal saß. Genauso ist es: Hier ist jeder gleich wichtig, das macht doch den Charme vom Tegernsee aus und unterscheidet ihn von anderen Orten wie Kitzbühel, wo sich manche Leute wichtiger machen. Hier macht sich keiner so richtig wichtig. Das Schöne ist, dass hier noch alles so normal ist, und da freuen wir uns drauf.

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Kommentare

max57
(0)(0)

Wieder ein sog. Gastronom der den Hals nicht voll kriegt. Ohne seinen Vater hätte der auch nichts geschafft. Immer gut wenn man sich ins gemachte Nest setzen kann.

GiszmoAntwort
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Zusammen mit den ganzen Isarpreißn im geleasten Boxster.

DaJagervoGmund
(2)(1)

" Seit fünf Jahren bewohnen wir hier am Wochenende ein Haus"

Das ist genau der Grund warum wir jungen Leute nach der Schule / Berufsausbildung das Tal zum großen Teil verlassen müssen, weil wir uns keinen Wohnraum leisten können, Familie Käfer sind ja nicht die einzigen Zweitwohnungsbesitzer. Macht nur weiter so; und viel Spass mit eurem verbonzten Touri-Biergarten, es gibt mindestens 3x Biergärten in Gmund die viel gemütlicher und uriger (wahrscheinlich auch günstiger) sind, Gasthof Weidenau, Gasthof Köck, Feichtner Hof.