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Wie kamen seine Killer über den Lech?

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München - Auf der Jagd nach den Killern des Augsburger Polizsten Mathias Vieth (41) müssen die Ermittler einen Rückschlag hinnehmen. Die Flucht über den Lech stellt sie dazu vor ein Rätsel.

Vor elf Tagen war der Familienvater bei einer Verfolgung kaltblütig

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erschossen worden, am Tatort fand sich verwertbares DNA-Material. Ein bundesweiter Abgleich mit Gen-Fingerabdrücken von 740 000 registrierten Straftätern hat nun aber keinen Treffer ergeben. Heißt: Falls das Genmaterial von den Polizistenmördern stammt, sind sie hierzulande erkennungsdienstlich nicht erfasst worden. Vielleicht in einem anderen Land? „Es wird nun ein europaweiter Datenabgleich folgen“, sagte ein Polizeisprecher in Augsburg.

Berührende Bilder der Trauerfeier

Viele glauben sowieso, dass die Killer aus dem Ausland stammen. Oft

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Das Sterbebild für Mathias Vieth - zum Vergrößern HIER KLICKEN

wird von Passanten von osteuropäischen Banden gesprochen. Diesbezügliche Theorien fußen auf der möglichen Tatwaffe, die eine Tokarev-Pistole sein soll oder gar ein Kalaschnikow-Sturmgewehr. Ein weiteres Indiz: Angebliche Russenmafia-Verbindungen zwischen Augsburg und Ingolstadt. Dort war die Honda gestohlen worden, mit der die Täter unterwegs waren. Das Drama hatte am Freitag, 28. Oktober, mitten in der Nacht am Parkplatz Kuhsee seinen Anfang genommen. Vieth und eine Kollegin (31) wollten zwei Personen kontrollieren. Daraufhin stiegen die Verdächtigen – vermutlich Männer – auf das Motorrad und flüchteten übers Wehr auf die Westseite des Lechs. Rund 400 Meter weiter kam es auf einem Waldweg zu der tödlichen Schießerei.

Immer wieder suchen seither Beamte den Tatort und die weitere Umgebung ab – auch am Wochenende wieder. Schließlich ist noch immer nicht geklärt, wie die Täter nach den tödlichen Schüssen entkamen.

Rannten sie den Waldweg weiter? Oder drehten sie um, querten den Lech und schafften es bis in den Ortsteil Hochzoll? Dies ist über drei Brücken möglich. Eine weitere Variante: Die Killer wateten durch den Fluss! Deswegen sucht die mit den Ermittlungen betraute Soko Spickel nach Zeugen, denen am Tattag Personen mit nasser Kleidung aufgefallen sind. Derweil fand am Montagnachmittag die Trauerfeier für den ermordeten Polizisten im Augsburger Mariendom statt. An dem Gottesdienst mit Bischof Konrad Zdarsa nahmen auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Landespolizeipräsident Waldemar Kindler teil.

MC

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