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Zwei tote Kinder aufgefunden: Nach Erkenntnis zur möglichen Ursache - Ermittlungen gegen Vater eingeleitet

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Von: Thomas Eldersch

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Am Montag, 24. Januar, wurden im unterfränkischen Karlstein zwei Kinderleichen gefunden. Ermittler fanden jetzt womöglich die Ursache für den Tod der Kleinkinder.

Update vom 27. Januar, 12.53 Uhr: Nachdem bekannt wurde, dass das Gas Phosphorwasserstoff möglicherweise verantwortlich für den Tod der beiden Kleinkinder in Karlstein gewesen sein könnte, hat die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg Ermittlungen gegen den Vater eingeleitet. Der Vorwurf der fahrlässigen Tötung steht im Raum. Das teilte die Polizei und die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Der Kontakt mit Phosphorwasserstoff könne in geschlossenen Räumen zur Vergiftung führen, erläuterte ein Polizeisprecher. Bei seiner Vernehmung räumte der 49 Jahre alte Vater den Angaben zufolge ein, bei Handwerkerarbeiten im Haus Schädlingsbekämpfungsmittel verwendet zu haben. Die Ermittler nehmen an, dass es aufgrund eines „möglichen unsachgemäßen Gebrauchs dieses Mittels“ zu einer chemischen Reaktion gekommen ist, bei der Phosphorwasserstoff freigesetzt wurde.

Kinderleichen-Fund in Unterfranken: Feuerwehr entdeckt Gas im Haus

Erstmeldung vom 27. Januar, 12.07 Uhr: Karlstein - Die Nachricht am Montag erschütterte die ganze unterfränkische Gemeinde Karlstein bis ins Mark. Zwei kleine Kinder (fünf und vier Jahre alt) wurden tot* im Haus ihres Vaters gefunden. Er selbst musste medizinisch versorgt werden. Ein Angehöriger hatte in den frühen Morgenstunden die leblosen Kleinkinder gefunden. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse der Ermittler.

Eine Spezialeinheit der Feuerwehr - eine sogenannte analytische Taskforce - hatte am Montag bereits erste Messungen im Haus im Ortsteil Dettingen durchgeführt. Dort haben sie, nach Angaben der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg‘* auf BR-Anfrage, Phosphorwasserstoff nachgewiesen. Dabei handelt es sich um ein farbloses Gas, das beispielsweise zur Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt wird. Es kann aber auch in Lacken und Farben gefunden werden. Sind Menschen über einen längeren Zeitraum einer hohen Dosis des Gases ausgesetzt, besteht Lebensgefahr. Bislang ist noch unklar, wo und wie das Gas austreten konnte.

Zweit tote Kinder in Unterfranken: Ermittler können Kohlenmonoxid-Vergiftung ausschließen

Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung - beispielsweise durch eine defekte Heizung - scheidet deshalb aus. Das ergab auch die Obduktion der Kinderleichen. Jedoch gibt es bislang noch keine Ergebnisse der toxikologischen Untersuchung. Diese werden für Freitag erwartet.

Der Verdacht auf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung kam am Montag auf, weil Einsatzkräfte einen strengen, knoblauchartigen Geruch feststellten. Bei Gas für Heizungen wird häufig ein Duftstoff zugesetzt, damit bei einem Leck das sonst geruchslose Gas schnell erkannt werden kann. Jedoch hat auch Phosphorwasserstoff einen knoblauchartigen Geruch, heißt es beim BR weiter. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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