Sie waren nicht angeleint

Durch Garten gehetzt: Zwei Hunde beißen Kater Bruno tot

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Musste eingeschläfert werden: Kater Bruno.

Neuhaus - Zwei aggressive Hunde haben in Neuhaus eine Katze angegriffen, die dann eingeschläfert werden musste. Die Hunde sind nicht zum ersten Mal auffällig geworden.

Eigentlich herrscht in Schliersee Anleinpflicht – jedenfalls in bebauten Gebieten. Dass sich nicht jeder daran hält, ist bekannt. Schwierig wird die Situation aber, wenn ein Hund andere Tiere anfällt. So geschehen jetzt in Neuhaus. Am Sonntagnachmittag, so berichtet es Ann-Sophie Schmeller, seien die Hunde in ihren Garten gekommen und über ihren Kater Bruno hergefallen. „Die haben den richtig durch den Garten gebeutelt“, sagt sie. Ihr Schwiegervater habe noch erfolglos versucht, das aggressive Duo zu vertreiben. Schmeller gelang dies schließlich. Doch für Bruno endete die Attacke tödlich. Er wurde so schwer an der Wirbelsäule verletzt, dass der Tierarzt ihn einschläfern musste. Zuvor war nach einer teuren Operation gerade auf dem Weg der Besserung gewesen. Schmeller zufolge waren die Hunde nicht zum ersten Mal in ihren Garten eingedrungen. Die junge Mutter überlegt sich nun zweimal, ob sie ihren neun Monate alten Sohn auf der Terrasse herumkrabbeln lässt.

Bei der Gemeinde sind die Tiere bekannt, wie Christine Neundlinger vom zuständigen Ordnungsamt bestätigt. „Der letzte uns bekannte Vorfall liegt allerdings etwa eineinhalb Jahre zurück.“ Der Halter habe entsprechende Hinweise erhalten und Besserung gelobt. Über die jetzige Attacke werde sich kundig machen, sagt Neundlinger. An Maßnahmen kann die Gemeinde ein Ordnungsgeld, eine Maulkorbpflicht und im Extremfall auch ein Halteverbot aussprechen – doch letzteres ist vorläufig noch Theorie. „So etwas ist aber nur das allerletzte Mittel.“

Die Familie Schmeller ist offenbar nicht allein mit ihrer Erfahrung mit den beiden Hunden. Auf einen entsprechenden Beitrag im Internet berichtet ein User, die beiden hätten „seine Nachbarin bedroht“. In diesem Fall sei der Halter dazugekommen und habe sich als reichlich uneinsichtig erwiesen – ja regelrecht zu pöbeln begonnen.

Bei der Polizei sind betroffene Tierbesitzer an der falschen Stelle. Bekanntlich gelten Tiere im beschriebenen Fall vor dem Gesetz als Sache. Dem Halter könnte man allenfalls fahrlässige Sachbeschädigung vorwerfen. Doch dies ist außerhalb der Brandstiftung kein Straftatsbestand.

Daniel Krehl

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