Feuerwehr rückte an

Katze steckt zwischen zwei Garagenwänden fest

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Sie konnte sich nicht mehr befreien: In Gernlinden ist eine Katze zwischen zwei Garagenwänden festgesteckt.

Gernlinden - Hauskatze Molly durchstreift gerne die Nachbarschaft. Doch eine gewisse Garage wird sie wohl in Zukunft meiden. Die geübte Klettererin auf vier Pfoten hatte sich dort verschätzt und war in einen Spalt geraten.

Einem Jung-Feuerwehrmann und einer netten Anwohnerin verdankt Molly, dass sie überhaupt noch am Leben ist.

Franz und Michaela Hohenadl (beide 65) haben Molly von einem Ungarn-Urlaub mit nach Hause gebracht. Durch eine Katzenklappe kann sie kommen und gehen, wann sie will. Auch diesmal denkt sich Michaela Hohenadl nichts, als das Tier über Stunden verschwunden ist. „Vielleicht ist sie bei der Schwiegermutter“, vermutet die 65-Jährige.

Was Michaela Hohenadl nicht weiß: Nur ein paar Häuser weiter spielt sich gerade ein Drama ab. Molly steckt zwischen den Garagenmauern fest. Normal gibt sie nie einen Ton von sich, doch nun miaut sie kläglich. Ihr Glück: Eine Anwohnerin hört das Tier. Sie ruft die Garagenbesitzerin, die gerade auch zwei kleine Katzen in ihre Obhut genommen hat. „Das ging durch Mark und Bein, wie sie geschrien hat“, erinnert sich die Garagenbesitzerin.

Die beiden Frauen sind wie gelähmt. Jahi ergreift schließlich die Initiative. Der 13-Jährige kommt zufällig vorbei. Er ist bei der Jugendfeuerwehr Gernlinden. Nach einem Blick in den Spalt ist ihm klar: „Die Katze bekommen wir da so nicht raus.“ Seine erwachsenen Kameraden müssen her. Auch die Einsatzkräfte – viele selbst Katzenbesitzer – leiden mit dem eingeklemmten Tier. Zuerst versuchen sie, Molly mit einer Stange Richtung Ausgang zu schieben. Vergeblich. Vor lauter Panik krallt sich die Katze nur noch fester ein. „Es war ganz schlimm“, erinnert sich die Nachbarin.

Schließlich greifen die Feuerwehrleute zu einer drastischen Maßnahme: Wenn Molly nicht raus kommt, müssen sie eben zu ihr rein. Doch dafür müssen sie ein Loch in die Wand bohren. Die Garagenbesitzerin gibt sofort ihr Okay. Schließlich gilt es, das Tier zu befreien.

Als die Bohrhammer dröhnen, gerät die eingesperrte Molly völlig außer sich. Instinktiv schiebt sie sich immer weiter weg von Lärm und Erschütterung. Dabei nähert sie sich Zentimeter für Zentimeter der Außenseite der Mauer. Schließlich können die Helfer sie greifen. Geschützt von dicken Lederhandschuhen ziehen sie das Tier ins Freie.

Geschafft. Alle atmen auf. Molly muss nun zur Tierärztin nach Geiselbullach. Die röngt die Katze. Sie ist mit dem Schrecken davon gekommen. Über einen Chip unter der Haut macht die Medizinerin Mollys Besitzer ausfindig. „Wir waren geschockt, als das Telefon geklingelt hat“, erzählt Michaela Hohenadl. Sofort fährt sie mit ihrem Mann zur Tierklinik, um Molly heim zu holen.

Nun schuldet Hohenadl seiner Nachbarin ein paar Ziegel. Und er hat versprochen am Wochenende bei ihr vorbei zu schauen und das Loch in der Garagenmauer zu flicken.

Verena Usleber

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