Fall für den tz-Bürgeranwalt

Kein Ersatz für Zahnverlust nach Chemo

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Peter Meier.

München - Eine Vohburgerin wendet sich an das Team des tz-Bürgeranwalts: Die Krankenkasse will nur einen Teil der Zahnbehandlung ihres Sohnes übernehmen.

Mein Sohn Peter bekam 1996 die Diagnose Leukämie. Er war damals 15 Jahre alt. Es folgten Jahre mit Chemobehandlungen und Bestrahlungen. In ihrem Verlauf wurden wir immer wieder darauf hingewiesen, dass darunter auch die Knochen und die Zähne leiden. Inzwischen zeigen sich diese Nebenwirkungen. Unser Sohn hat die Knochendichte eines 60-Jährigen und die Zähne fallen aus. Allein die Zahnbehandlung kostet über 4000 Euro, aber die Krankenkasse übernimmt nur rund 1000 Euro, obwohl es doch eine Folge seiner Krebserkrankung ist.

Brigitte Meier (59), Servicekraft, Vohburg

Nachdem wir der Krankenkasse den Fall vorgelegt hatten, schrieb sie uns: „Nach Grundsatzurteilen des Bundessozialgerichtes ist die Leistung der gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich auf die Gewährung eines Zuschusses zum Zahnersatz beschränkt.“

Das heißt, die Folgen der Grunderkrankung, also der Leukämie, werden nicht berücksichtigt. Zähne sind Zähne, egal, warum sie ausfallen.

Um aber Peter Meier zu helfen, setzte sich die Krankenkasse mit ihm in Verbindung. Nach einem ausführlichen Gespräch riet man ihm dringend, eine Zusatzversicherung abzuschließen. In dem aktuellen Fall allerdings soll Peter Meier den Antrag auf eine Härtefallregelung stellen. Wenn seine Vermögenssituation es unmöglich macht, den Betrag aufzubringen, kann ihm auf diese Weise geholfen werden.

tz

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