Rache am Kinderschänder

Mörder von Franziska (12) im Gefängnis attackiert

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Der Angeklagte Stefan B. nach seiner Verurteilung im Mai 2015.

Möckenlohe - Nicht als Angeklagter, sondern als Opfer saß der verurteilte Mörder von Franziska (12), Stephan B. am Donnerstag im Gerichtssaal. Sein Zellegenosse hatte ihn wegen seiner Tat brutal attackiert.

Eine Wand aus Panzerglas schützte den Mörder der kleinen Franziska (12) aus Möckenlohe bei seiner Rückkehr in den Gerichtssaal – doch am Landgericht Augsburg wurde der Killer Stefan B. (28) am Donnerstag nicht als Angeklagter, sondern als Opfer vorgeführt.

Am 13. Januar 2015 wurde der damalige U-Häftling in der JVA Kaisheim vom Mitgefangenen Abturrahman A. (33) niedergestochen – aus Rache für den bestialischen Mord an Schülerin Franzi. B. hatte sie im Februar 2014 entführt, vergewaltigt und dann erschlagen. Dafür bekam er im Mai vergangenen Jahres lebenslang.

Nun soll der Angriff auf den Kindermörder gesühnt werden – doch was der Arbeitslose gestern von sich gab, war schwer nachvollziehbar: „Ich habe von Leuten im Knast erfahren, dass da so ein Kinderschänder ist. Dann sah ich im Traum ein Mädchen. Es fragte, ,was macht der B.? Der muss weg!‘“ Daraufhin will Abturrahman A. heimlich beim Arzt eine Schere eingesteckt haben, mit der er auf Stefan B. einstach: „Ich musste was machen, damit ich die Stimmen wegbekomme.“

Ein Zellengenosse zog den Angreifer von B. weg. Stefan B. kam mit relativ leichten Stichwunden an Kopf, Hals, Brust und Fingern auf die Intensivstation. Als er gestern vorgeführt wurde, klagte er lediglich darüber, dass manchmal sein Auge noch trocken werde. Psychische Folgen der Attacke? „Ich bin nur ein bisschen schreckhaft geworden.“ Aus Angst vor Übergriffen wurden die Zuschauer in Augsburg vor Betreten des Saales durchsucht. Während Stefan B. seine lebenslange Haftstrafe in Straubing absitzt, droht seinem Angreifer Anfang März die Einweisung in die Psychiatrie.

tz

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