Globaler Klimastreik

Riesige Klima-Demos in Bayern: Tausende am Münchner Königsplatz - „Sehr viel mehr als erwartet“

Kurz vor der Bundestagswahl ruft Fridays for Future zum großen Klimastreik auf. Allein in der Landeshauptstadt sind rund 12.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Update vom 24. September, 14.17 Uhr: Die Proteste der Fridays-for-Future-Bewegung im Freistaat sind noch im vollen Gange oder beginnen erst noch. Zwei Tage vor der Bundestagswahl wollen die meist jugendlichen oder jung-erwachsenen Teilnehmer besonders auf den Klimawandel hinweisen. Sie wollen Druck auf die Politik ausüben, damit eine Klimaerwärmung noch auf 1,5 Grad begrenzt wird.

In München sind dafür allein rund 12.000 Menschen auf die Straße gegangen, schätzt die Polizei. Ursprünglich sind die Veranstalter von 5000 Menschen ausgegangen.  „Wir sind sehr viel mehr als wir erwartet haben“, sagte die Sprecherin der Organisatoren, Cosima Schaaf. Noch den ganzen Nachmittag über finden in zahlreichen weiteren Städten ebenfalls Proteste und Kundgebungen statt (siehe Erstmeldung).

Zahlreiche Kundgebungen und Proteste der FFF-Bewegung am Freitag geplant

Update vom 24. September, 12.58 Uhr: Die ersten Kundgebungen in Bayern haben bereits begonnen. Zahlreiche Klimaaktivisten der Fridays-for-Future-Bewegung aber auch anderer Umweltschutzorganisationen protestieren heute weltweit für einen besseren Klimaschutz und mehr Einsatz der Politik. Allein auf dem Münchner Königsplatz sollen sich für die Kundgebung um 12 Uhr rund 5000 Menschen eingefunden haben.

Der BR-Reporter David Herting hat Fotos von dort auf Twitter hochgeladen. Vor zwei Wochen präsentierten hier noch die großen Automobilkonzerne auf der IAA Mobility ihre neusten Erfindungen. Am heutigen Freitag könnte die Veranstaltung nicht gegensätzlicher sein. Bislang scheint der Klimastreik noch ruhig abzulaufen. Die Münchner Polizei hat sich noch nicht zur Protestaktion geäußert. Das sah vor knapp 14 Tage ganz anders aus.

Erstmeldung vom 24. September, 8 Uhr: München - Hitzewellen, Dürreperioden, Sturzfluten. Der Klimawandel schreitet voran, doch in den Augen der Klimaaktivisten tut die Politik zu wenig dagegen. Deshalb ruft Fridays for Future unter dem Motto „Alle fürs Klima“ am 24. September - zwei Tage vor der Bundestagswahl* - zum globalen Klimastreik auf.

Fridays for Future ruft zu Klimastreik auf: „Bevorstehende Wahl bestimmt über unser aller Zukunft“

Das Klimathema müsse das wahlentscheidende Thema sein, denn: „Die bevorstehende Wahl bestimmt über unser aller Zukunft“, warnt Fridays for Future Augsburg* in einer Pressemitteilung. Die Folgen der Klimakrise seien in Deutschland bereits spürbar und könnten sich drastisch verschlimmern, wenn nicht sofort gehandelt wird. Das habe der neue IPCC-Bericht verdeutlicht.

„Die sintflutartigen Regenfälle im Juli mit zahllosen Todesopfern und Schäden in Milliardenhöhe haben eindrucksvoll gezeigt, dass die Klimakatastrophe schon direkt vor unserer Haustür ist“, mahnt der Student Rafael Engel. „Doch nicht mal das hat gereicht, um die Politik endlich wachzurütteln!“, klagt der 21-Jährige. Die nächsten vier Jahre seien demnach die letzte Chance, konsequente Maßnahmen zu ergreifen, um dramatische Folgen einzudämmen und Schlimmeres zu verhindern.

Fridays for Future: Klimastreik in Freising

Klimastreik von Fridays for Future: „Sehenden Auges in die größte Katastrophe“

„Wir als Fridays for Future warnen: Wir können und dürfen nicht mehr auf die leeren Versprechungen lobbyhöriger Politiker*innen hoffen, die wissentlich diese letzte Gnadenfrist verstreichen lassen wollen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Politiker „steuern sehenden Auges in die größte Katastrophe, der die Menschheit je gegenüberstand und legen die Hände in den Schoß. Niemand darf dieses ewige Däumchendrehen beim Klimaschutz länger tolerieren“, ergänzt die 17-jährige Schülerin Eva Stoffels.

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Klimastreik von Fridays for Future: Wo wird in Bayern gestreikt? Ein Überblick

Deshalb streikt die Bewegung am 24. September ab 16 Uhr unter anderem in Augsburg: „für den Wandel, für Klimagerechtigkeit.“ Beginn ist auf der Maxstraße, dann geht es weiter durch die Straßen der schwäbischen Stadt. Mit der großen Demo soll ein Zeichen gesetzt werden. Weitere Städte in Bayern, in denen Fridays for Future demonstriert sind unter anderem:

  • Aichach, 18 Uhr: Tandlmarkt
  • Amberg, 14 Uhr: Maltesergarten
  • Ansbach, 13.15 Uhr: Stadtgraben
  • Aschaffenburg, 16 Uhr: Theaterplatz
  • Bad Tölz, 13 Uhr: Rathaus
  • Bamberg*, 13 Uhr: Bahnhofsvorplatz
  • Bayreuth, 13 Uhr: Maximilianstraße
  • Berchtesgaden, 14 Uhr: Schlossplatz
  • Cham, 15 Uhr: Marktplatz
  • Deggendorf, 11.30 Uhr: Oberer Stadtplatz
  • Dorfen, 13.30 Uhr: Parkplatz am Friedhof

Klimastreik von Fridays for Future: Demonstrationen auch in Freising, Nürnberg und München

„Ohne uns wird nichts passieren! Wir dürfen in 4 Jahren nicht wieder sagen: Es hat nicht gereicht. Deshalb rufen wir am 24. September alle Menschen auf, für Klimagerechtigkeit auf die Straße zu gehen, denn wählen gehen reicht nicht mehr“, sagt Pauline Brüger von Fridays for Future. In zahllosen weiteren bayerischen Städten sind deshalb Streiks organisiert, unter anderem:

  • Erlangen, 11 Uhr: Schlossplatz
  • Freising*, 13.30 Uhr: Marienplatz
  • Fürth, 16 Uhr: Grüner Markt
  • Garmisch-Partenkirchen*, 13 Uhr: Rathausplatz
  • Holzkirchen, 14 Uhr: Herdergarten
  • Ingolstadt*, 14 Uhr: Theaterplatz
  • München*, 12 Uhr: Königsplatz
  • Nürnberg*, 12.30: Wöhrder Wiese
  • Passau*, 13 Uhr: Klostergarten
  • Traunstein, 14.30 Uhr: Stadtpark
  • Tutzing, 13 Uhr: Rathaus

Fridays for Future: „Zukunft für alle gibt es nur mit schnellen, konsequenten Klimamaßnahmen“

„Trotz Corona* brachten wir mit den letzten Streiks unseren Protest für eine bessere, bunte, vielfältige und gerechte Welt auf die Straße. Zukunft für alle gibt es nur mit schnellen, konsequenten Klimamaßnahmen, denn zu viele Menschen stehen heute schon den Auswirkungen der Klimakrise gegenüber und die Klimakrise verschärft alle Ungerechtigkeit. Deshalb: egal welche Partei oder Kanzler*in in den nächsten Jahren regieren wird, wir brauchen konkrete Maßnahmen“, fordert Ole Horn von Fridays for Future.

Eine ausführliche Liste mit Streikorten in Bayern und ganz Deutschland gibt es auf der Homepage von Fridays for Future. (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

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