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„Klimawandel hinterlässt Spuren“: Zahl der Hitzetage in Bayern verdreifacht - dramatische Folgen drohen

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Von: Katarina Amtmann

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Ein Thermometer in der Sonne.
In Bayern gibt es immer mehr Hitzetage. (Symbolfoto) © Sven Hoppe/dpa

In Bayern gibt es immer mehr Hitzetage, die Zahl hat sich mittlerweile verdreifacht. Dass kann für Mensch und Natur dramatische Folgen haben.

München - Im Freistaat gibt es immer häufiger Hitzetage mit Höchsttemperaturen von mehr als 30 Grad. Von 2011 bis 2020 waren es im Schnitt 12,2 pro Jahr. Das teilte der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft am Donnerstag auf Basis von Zahlen des Deutschen Wetterdienstes mit. Das ist eine Verdreifachung im Vergleich zum Zeitraum 1951 bis 1960. Damals wurden nur 3,7 Hitzetage pro Jahr erreicht.

Zahl der Hitzetage in Bayern hat sich verdreifacht - Regensburg Spitzenreiter

Bayern liegt damit leicht über dem bundesweiten Wert von 11,1 Hitzetagen im Jahr. Im Vergleich der Bundesländer landet der Freistaat auf Platz acht. Die meisten Hitzetage zählte demnach mit 15,7 pro Jahr Berlin, die wenigsten gibt es mit 3,7 in Schleswig-Holstein.

Die meisten Hitzetage in Bayern gab es im vergangenen Jahrzehnt in der Stadt Regensburg* mit 20,4 pro Jahr. Dahinter folgen die fränkische Stadt Erlangen* mit 19,6, der Landkreis Kitzingen* (19,1) und die Stadt Würzburg* mit 19,0. Letztere forderte kürzlich Hilfe von Bund und Land - und fühlt sich im Kampf gegen den Klimawandel alleingelassen.

Am seltensten stieg dagegen die Temperatur in den Landkreisen Oberallgäu und Garmisch-Partenkirchen über die 30er Marke. Im Schnitt der Jahre 2011 bis 2020 war das dort 5,6 beziehungsweise 5,9 Mal der Fall. In den Jahren 1951 bis 1960 waren es im Schnitt nur 1,1 beziehungsweise 1,2 Tage pro Jahr über dieser Schwelle.

Klima-Hotspot Stadt: So gefährlich ist die Entwicklung

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Klimawandel hinterlässt Spuren: GDV warnt vor mehr Hitzetoten, Dürren und Waldbränden

„Die dynamische Zunahme der Hitzetage zeigt, dass der Klimawandel auch in Deutschland deutliche Spuren hinterlässt.“ Das sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Der DWD erwartet, dass in Süddeutschland bei einem ungebremsten Treibhausgasausstoß zwischen 2031 und 2060 mit einer weiteren Zunahme um zehn bis zwanzig heiße Tage gerechnet werden müsse.

Der GDV warnt vor dramatischen Folgen: „Es steigen dadurch die Gefahren für mehr Hitzetote, Dürren und Waldbrände. Ernteausfälle dürften drastisch zunehmen, weil Böden weiter austrocknen oder mehr Schädlinge Pflanzen zerstören.“ Zudem erwarten die Versicherer auch mehr und intensivere Starkregen, Hochwasser und Sturzfluten weil die aufgeheizte Atmosphäre mehr Feuchtigkeit speichere. (kam/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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