Finderin (16) darf ihn möglicherweise behalten

Königssee: Goldbarren-Geheimnis bald gelüftet?

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Der Goldbarren aus dem Königssee ist 16 000 Euro wert.

München - Beim sensationellen Goldfund im Königssee ist die Polizei nun einen entscheidenden Schritt weitergekommen: Experten des Landeskriminalamtes (LKA) gelang es, die Nummer des 500-Gramm-Barrens kenntlich zu machen.

Diese war ursprünglich mit einer Flex weggeschliffen worden. Wer nun also Ansprüche auf den Fund im Wert von rund 16 000 Euro stellt, muss entsprechende Dokumente vorlegen können, auf denen die sechs Zahlen und ein Buchstabe vermerkt sind.

Bis jetzt seien fünf, sechs seriöse Anfragen von Anwälten eingegangen, sagt Günter Adolph, Leiter der Polizei-inspektion Berchtesgaden, in dessen Zuständigkeit der Fund der 16-jährigen Urlauberin aus Essen fällt. „Es haben sich welche gemeldet, denen ein Goldbarren fehlt“, sagt er im Gespräch mit der tz. Bisweilen bekam er auch abenteuerliche Geschichten zu hören. Einer habe ihm von einer Nonne aus Frankreich erzählt, die mal einen Goldbarren besessen habe – leider nicht mit der richtigen Zahlen-Buchstabenkombination.

Auch Einbruchsopfer aus Niederösterreich und aus dem Raum Stuttgart, denen Gold gestohlen wurde, musste er enttäuschen. „Der Barren aus dem Königssee ist nicht als gestohlen registriert.“ Und so darf weiter spekuliert werden, wie und warum das Gold in den See kam.

Die seit Kurzem kursierende Geschichte mit dem Opa, der Streit mit seinen Erben hat und darum den Barren an seiner Lieblingsstelle versenkt hat, die habe er einfach erfunden. „Es gibt so viele Spekulationen“, sagt Günter Adolph. Eine Theorie kann er aber definitiv ausschließen: „Es ist kein Nazi-Gold!“ Denn der Barren wurde zwischen 1990 und 2005 hergestellt.

Derzeit liegt der Goldbarren noch beim Landeskriminalamt in München. Wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind, muss der Markt Berchtesgaden das gute Stück sicher verwahren und – falls sich nicht doch der echte Besitzer meldet – in einem halben Jahr, also exakt am 6. Februar 2016, der 16-Jährigen aushändigen. „Das wäre ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk für sie“, sagt Günter Adolph, der ihr das wegen ihrer Ehrlichkeit von Herzen gönnt.

Volker Pfau

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