Foto-Tourismus am Königssee

Instagram-Hotspot: Was Menschen hier tun, ist lebensgefährlich

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Zwei Männer sind im April bei einem Badeunfall am Königssee ums Leben gekommen. Immer noch zieht der Wasserfall viele Menschen an - dabei begeben sie sich in Lebensgefahr.

Der Königsbach-Wasserfall am Königssee ist ein beliebtes Fotomotiv für Instagram. Dass sich die Leute auf dem Weg dorthin in Lebensgefahr bringen, wissen die Wenigsten.

Update vom 3. September 2019: Über vier Monate ist es her, dass zwei junge Männer am Königsbach-Wasserfall ums Leben gekommen sind. Einer der Männer kam nicht mehr aus dem Wasser heraus, sein Freund versuchte zu helfen - beide ertranken.

Nach wie vor ziehen die Gumpen, die kleinen ausgespülten Becken rund um den Wasserfall, viele Menschen an - an manchen Tagen bis zu 200, wie die Bild berichtet. Oft lassen sich junge Frauen von ihren Begleitern vor der schönen Aussicht fotografieren. Dabei stehen bereits die nächsten Touristen Schlange und warten auf ihr Foto - in steilem Gelände. 

Königsbach-Wasserfall: Besucher begeben sich in Lebensgefahr

Doch der Weg dorthin ist nicht ungefährlich. So schlägt Carolin Scheiter vom Nationalpark Berchtesgaden in der Bild Alarm: „Zu den Gumpen führen keine Wege, es gibt nur Trampelpfade. Viele Besucher wissen nicht, welchem Risiko sie sich aussetzen, in ungesichertem alpinen Gebiet zu wandern. Es besteht Lebensgefahr, zum Beispiel durch abrutschen!“ 

Abgesperrt werden die Gumpen wohl trotzdem nicht: „Eine Sperrung vorzunehmen ist schwierig. Wir können ja nicht den ganzen See absperren, so Scheiter weiter in der Bild. Stattdessen sollen Schilder aufgestellt werden, die die Besucher auf die Gefahren hinweisen.

Drama am Königssee: Soldat versuchte Freund zu helfen und ertrank - Ehrenkreuz in Gold

U pdate vom 29. Mai 2019: Wie die Bayernwelle berichtet, war einer der beiden 21-Jährigen, die im April in einem Felsbecken beim Königsbach-Wasserfall ertranken, Gebirgsjäger aus Bischofswiesen-Strub. Ihm wurde nun posthum das Bundeswehr-Ehrenkreuz in Gold verliehen. Wie nun herauskam, versuchte der Soldat noch seinen Freund zu retten, der nicht mehr aus dem Wasser herauskam. Dabei kam er ebenfalls selbst ums Leben.

Die Bayernwelle meldet, dass dem verstorbenen Soldat für seinen selbstlosen Einsatz das Ehrenkreuz in Gold verliehen wird. Er sei für alle Kameraden "ein Vorbild in Haltung und Pflichterfüllung", so Hauptmann Dirk Sippmann.

Todesdrama am Königssee: Zwei Männer (21) ertrinken - unheimliche Parallele zu einem Badeunfall 1979

Update vom 25. April 2019, 9.19 Uhr: Zwei junge Männer sind am sogenannten Königsbachfall am Königssee ums Leben gekommen. Die Ursache ist nach wie vor nicht bekannt. Derzeit wird davon ausgegangen, dass die beiden Männer nach dem Baden aufgrund der Strömung nicht mehr aus dem Becken steigen konnten. Eine andere Möglichkeit: Durch das kalte Wasser erlitten sie einen Herzstillstand, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. 

Der Königsbachfall entwickelte sich in der vergangenen Zeit zu einem beliebten Ort für Touristen, da von dort eine schöne Sicht auf den Königssee möglich ist. Ein Ort, der beliebt für Fotos und Selfies ist, die dann unter anderem auf Instagram, Facebook und Co. landen. Ein Trend, der auch für die Natur ein Problem sein kann.

Zwei Männer ertrinken am Königssee: Nicht der erste Badeunfall

Es ist zudem nicht der erste Unfall, der sich an dieser Stelle ereignet hat. Wie pnp.de berichtet, seien bereits im Mai 1979 zwei Jungen dort ums Leben gekommen. Einer der zwölf und 14 Jahre alten Buben, sei demnach über den rund sieben Meter hohen Wasserfall in das Becken gesprungen. Der zweite Junge sprang ebenfalls - er deutete wohl die hilflosen Handbewegungen seines Begleiters falsch. Ein Mädchen, das mit den beiden unterwegs war, holte damals Hilfe. Die Buben konnten nur noch tot geborgen werden.

Erstmeldung: Todesdrama am Königssee: Zwei Männer (21) ertrinken

Königssee - Tragödie im Berchtesgadener Land: Für zwei junge Männer endete ein Badeausflug am sogenannten Königsbachfall am Dienstagabend tödlich. Möglicherweise hatten sie das starke Schmelzwasser beim Baden in einem ausgewaschenen Becken unterschätzt. 

Junge Männer aus Sachsen wollen baden gehen - und unterschätzen das Gewässer

Nach derzeitigen Erkenntnissen hatten sich die beiden aus Sachsen stammenden Männer entkleidet und waren in einem der Becken des Königsbachfalles, nur wenige Meter über dem Königssee gelegen, baden gegangen. Derzeit führt das in den Königssee führende Gewässer sehr viel Schmelzwasser. Es gelang den 21-Jährigen offenbar nicht mehr, das stark durchspülte Becken zu verlassen. Wie BGLand24.de* berichtet, dürfte das Wasser zwischen 4 und 6 Grad kalt gewesen sein. Die Kraftanstrengung muss also enorm gewesen sein, schnell dürften die Körper der jungen Männer unterkühlt gewesen sein. 

Zeuge alarmiert Rettungskräfte - doch sie können nichts mehr tun

Ein Zeuge beobachtete das Drama und alarmierte gegen 18.15 Uhr die Rettungskräfte. Die Bergwacht, Wasserretter, Feuerwehrkräfte, Rettungsdienste und auch die Polizei eilten zum Einsatzort. Laut BGLand24.de wurden auch der Notarzthubschrauber Christoph 14 und Polizeihelikopter Edelweiß 2 gerufen. Insgesamt sollen rund 60 Einsatzkräfte versucht haben, das Leben der Männer zu retten. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt, gestaltete sich der Einsatz jedoch „sehr schwierig“. 

Für die beiden jungen Männer kam jedoch jede Hilfe zu spät. Lediglich die leblosen Körper konnten geborgen und an Land gebracht werden. Die Ermittlungen wurden noch am Abend vom Kriminaldauerdienst der Kripo Traunstein aufgenommen.

Eine ähnliche Tragödie spielte sich am Königsbachfall im August 2018 ab. Eine Urlauberin (25) klammerte sich nach einem Absturz am Wasserfall verzweifelt an Grasbüscheln fest. Sie hatte mehr Glück. 

In Augsburg ist jetzt die Leiche eines 16-Jährigen im Lech-Kanal gefunden worden.

Zu einem anderen schlimmen Vorfall kam es, als in Hamburg ein Mann beim Pinkeln ein Drama erlebte, wie nordbuzz.de berichtet.

*BGLand24.de, tz.de und nordbuzz.de Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

mag

Ein Betrunkener trieb am Samstag im Riemer See in München. Der Körper wurde sofort aus dem Wasser gezogen. Doch der Mann verstarb am Sonntag im Krankenhaus, berichtet tz.de*.

Lesen Sie auch: Volksmusik-Sängerin stirbt mit nur 41 Jahren - am Tag zuvor wurde großer Auftritt abgesagt

Aktuell kursiert ein kurioses Video im Netz. Es zeigt, wie ein Sportwagenfahrer auf der Autobahn seinen Vordermann anruft und beleidigt - die Polizei München ermittelt.

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