Augsburg

Koma-Häftling gefesselt:  Ermittlungen gegen Gefängnisleiterin

Augsburg - Weil er in ein Koma gefallen war, sollte ein Häftling nicht mehr mit einer Fußfessel am Bett fixiert werden. Doch die Mitarbeiter des Augsburger Gefängnisses hielten sich nicht daran.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Leiterin des Augsburger Gefängnisses und zwei Beamte, weil ein im Koma liegender Häftling entgegen eines richterlichen Beschlusses ans Bett fixiert worden sein soll. Das sagte ein Behördensprecher am Freitag und bestätigte Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag). Die „Augsburger Allgemeine“ hatte schon Ende Oktober darüber berichtet.

Der 24 Jahre alte Gefangene ist wegen versuchten Raubes seit Februar in Untersuchungshaft. In der Justizvollzugsanstalt verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Mannes, der laut Medien seit der Jugend an einer schweren chronischen Krankheit leidet. Als er im August ins Koma fiel, setzte ein Richter die zuvor vom Landgericht angeordnete Fixierung mit einer Fußfessel am Bett aus.

Dem Vorwurf zufolge hielten sich die Beamten aber nicht daran. Daher habe jener Richter Strafanzeige erstattet, berichteten die Zeitungen weiter. Der Häftling sei mittlerweile aus dem Koma erwacht.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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