Kommentar zum Event-Ausbau

Tourismus in den Alpen: Museum oder Halligalli?

München - Einsames Freilichtmuseum oder schrille Event-Arena? Das scheinen die Optionen für die Gemeinden in den bayerischen Alpen zu sein – zumindest vermittelt die teilweise alarmistische Debatte über die Zukunft der Region diesen Eindruck. Ein Kommentar von Til Huber.

In der Diskussion greift ein emotionaler Rigorismus um sich, der weder Natur noch Mensch gerecht wird. Vernünftig wäre dagegen folgende Erkenntnis: Den einen Weg, die bayerischen Alpengemeinden zukunftsfähig zu halten, gibt es nicht. Manche sehen sich als naturbelassenes Bergsteigerdorf ohne großes Brimborium gut aufgestellt. Andere setzen stärker darauf, auch die eher konsumorientierte Spaßgesellschaft anzulocken. Dabei ist Bayern aber vom Halligalli-Treiben in manch österreichischem Gebiet noch immer meilenweit entfernt. Wichtig wäre aber auch hierzulande, den Kommunen keine unnötig großen Steine in den Weg zu legen. Damit Menschen dort leben können, müssen die Gemeinden die Möglichkeit haben, sich wirtschaftlich zu entwickeln.

Natürlich gibt es dabei Grenzen. Eine davon ist das Recht. Sollte etwa das Skischaukel-Projekt am Riedberger Horn daran früher oder später scheitern, müssen das auch die Initiatoren vor Ort akzeptieren. Eine andere wäre erreicht, wenn objektiv grober Frevel an der Natur droht. Was aber im Rahmen des rechtlich zulässigen und moralisch vertretbaren getan wird, sollten vor allem die Menschen vor Ort diskutieren und entscheiden.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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