Kamen Einbrecher so an die Adressen?

Die Komplizin aus dem Finanzamt

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Diesen aufgebrochenen Tresor bargen die Polizeitaucher aus der Donau.

Ingolstadt - Im Finanzamt Ingolstadt bahnt sich ein höchst peinlicher Datenskandal an: Dort nämlich soll bereits seit 1995 die (Noch-) Ehefrau eines international agierenden Profi-Einbrechers (38) arbeiten.

 Nach tz-Informationen verriet die 43-Jährige der Bande offenbar seit über zehn Jahren streng geheime, persönlichste Informationen aus den Steuererklärungen kapitalkräftiger Privatleute in München und Ingolstadt. Sie konnte sich angeblich über alle Vermögensverhältnisse informieren und hatte Einblick in die Bankkonten.

Der Gipfel der Frechheit: Die Luxus-Spionin soll sich speziell für vermögende Geschäftsleute, Unternehmer, Ärzte und Juristen interessiert haben, die Tresore in Steuererklärungen abgesetzt hatten!

Nach einem Einbruch im Dezember 2013 in Harlaching notierten sich Anwohner das Kennzeichen des Fluchtautos. So flog die seit dem Jahr 2004 aktive, aus fünf Männern und einer Frau bestehende, international agierende Bande auf. Bei ihren Ermittlungen stieß die Polizei auf die Aktivitäten der Frau (43) des serbischen Haupttäters. Die Staatsanwaltschaft München I wollte die pikanten Details weder bestätigen noch dementieren. Nach tz-Infomationen ist die Frau keine Beamtin, hatte aber dennoch Zugriff auf die Datensätze des Finanzamtes Ingolstadt, das das Münchner Finanzamt als Außenstelle unterstützt. Das ist auch die Erklärung dafür, warum der überwiegende Teil der nachgewiesenen Einbrüche überwiegend in München und Ingolstadt geschahen – 200 an der Zahl und 136 davon allein in den bevorzugten Wohnlagen Münchens. Die Bande konzentrierte sich ausschließlich auf lohnende Objekte – Villen, Einfamilien- und Reihenhäuser ohne Kameraüberwachung. Die Tresore, von denen die Bande dank der Spionin schon vorher Fabrikat und Gewicht kannte, wurden häufig mitgenommen, später in Ruhe geknackt und dann versenkt. Vier davon haben Polizeitaucher bereits in der Donau gefunden. Der von der Bande angerichtete Schaden wird auf 2,4 Millionen Euro geschätzt.

Die Finanzamtsmitarbeiterin wurde fristlos gekündigt. Sie befindet sich auf freiem Fuß – jedenfalls bis zu ihrem Prozess.

D. Plange

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