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"Wiuwiu": So klingt die neue Sirene in Bayern

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„Wiuwiu“ statt „Tatütata“: Bayerns Polizei testet bald eine Variante der amerikanischen Sirene.

München - „Wiuwiu“ statt „Tatütata“: Bayerns Polizei testet bald eine Variante der amerikanischen Sirene. Der Yelper klingt schriller als das übliche Martinshorn. Ob er auch effektiver ist? Bei der Polizei sind manche skeptisch.

Erst werden sie „angeyelpt“, dann „rausgeflasht“. Was nach Videospiel-Vokabular klingt, ist für die Autofahrer auf Bayerns Straßen bald ein ziemlich reales Szenario. Denn die Polizei im Freistaat will einen neuen Sirenenton und ein neues rotes Blitzsignal testen, den „Yelper“ und den „Flasher“. Beide sollen Verkehrsteilnehmern zum Anhalten bewegen.

Hier können Sie das neue Anhalte-Signal anhören!

Bisher ist das allzu oft ein Problem, weil Blaulicht und Martinshorn unbemerkt bleiben oder zumindest für Verwirrung sorgen. Die Fahrer wüssten oft nicht, ob sie Platz machen oder anhalten sollten, sagt Hermann Benker, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG) in Bayern. In der Konsequenz seien die Beamten oft zu riskanten Überholmanövern gezwungen. Um Klarheit auf allen Seiten zu schaffen, halte man gerade einen „unmissverständlichen Signalton für erforderlich“.

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Der „Yelper“ soll genau das leisten – zumal er nicht ganz unbekannt ist. Sein schriller Ton ist jenen US-amerikanischen Polizei-Sirenen nachempfunden, die sich durch so ziemlich jeden brauchbaren Hollywood-Krimi jaulen (nachzuhören unter merkur-online.de). Eine Amerikanisierung der Polizei sei deswegen aber noch lange nicht zu befürchten, betont Benker. Schließlich sollen Blaulicht und Martinshorn nicht ersetzt, sondern ergänzt werden. Die neuen Signale werden nur eingesetzt, wenn es darum geht, ein Fahrzeug zu stoppen.

Schon im Sommer 2013 hat das Bundesverkehrsministerium die gesetzlichen Weichen hierfür gestellt. Wann und wie die Anhalte-Signale eingeführt werden, ist aber jedem Bundesland selbst überlassen. Niedersachsen etwa setzt sie schon seit vergangenem Herbst ein. Hierzulande soll der Testlauf bald starten – und zwar „in ganz Bayern“, wie ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte. Wie viele der umgerüsteten Wagen unterwegs sein werden, wollte er aber nicht sagen.

Klar ist: Längst nicht jeder ist von der neuen Technik überzeugt. Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Bayern (GdP), Peter Schall, bleibt zumindest im Hinblick auf den „Yelper“ skeptisch. „Wer seine Stereo-Anlage im Auto auf Volldampf hat, der hört halt nichts“, sagt er. Der „Flasher“ sei da schon effektiver, weil das rote Blitzlicht auffälliger sei als die Leuchtschrift „Stopp Polizei“ auf der Blaulichtbrücke.

Die Erfahrungen der Kollegen aus anderen Bundesländern sind in jedem Fall „sehr unterschiedlich“, sagt Schall. Fraglich sei auch, ob die Leute die neuen Signale akzeptierten. Einem Testlauf, wie er nun in Bayern gestartet werden soll, steht Schall aber prinzipiell offen gegenüber, zumal sich der Aufwand zur Umrüstung der Autos in Grenzen hält. Teils ist die benötigte Technik sogar schon vorinstalliert und kann durch ein Software-Update in Betrieb genommen werden.

Das Thema soll laut Benker auch bei der Klausurtagung der Deutschen Polizeigewerkschaft verhandelt werden, die heute startet. Allerdings nur oberflächlich, denn was fehlt, ist eine Ansage aus dem Innenministerium. Minister Joachim Herrmann (CSU) will sich aber erst am Montag zu den konkreten Plänen äußern. Benker: „Alle Präsidien stehen Gewehr bei Fuß und warten.“

Nur an einem Ort in Bayern sind die neuen Anhalte-Signale bereits angekommen: in den Fahrschulen. „Das ist Inhalt der Fahrausbildung“, sagt Walter Weißmann, der dem Landesverband der Fahrlehrer vorsitzt. Schließlich fährt der Bayer auch durch andere Bundesländer – und muss reagieren, wenn er „angeyelpt“ wird.

Marcus Mäckler

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