Erste Landratsämter erlauben Abschuss

Kot-Alarm! Gänse-Ärger bei Badegästen

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Gänse sorgen bei vielen Badegästen für Ärger

München/Neu-Ulm - Mancher spricht schon von einer Plage: An vielen Badeseen sind so viele Gänse unterwegs, dass man kaum noch ein sauberes Plätzchen findet. Das Landrats­amt Neu-Ulm hat das Federvieh nun sogar zum Abschuss freigegeben.

Wer es sich derzeit auf seinem Handtuch direkt am Badesee gemütlich machen will, hat oft das gleiche Problem: erstmal eine Stelle finden, die – pardon für den Ausdruck – noch nicht völlig verschissen ist. Tummeln sich vielerorts doch ganze Rudel von Gänsen an den Entspannungsoasen. Mittlerweile sind es so viele, dass so mancher gar von einer Plage redet. Das Landrats­amt Neu-Ulm hat das Federvieh nun sogar zum Abschuss freigegeben. Das schockiert wiederum die Naturschützer. Das ewige Gschiss ums Federvieh – es nimmt kein Ende.

Fakt ist: Die Tiere haben sich in den letzten Jahren verstärkt vermehrt. „Heuer beschweren sich sehr viele Leute, dass die Badeplätze an den bayerischen Seen stark verkotet sind“, sagt Thomas Scherer vom Bayerischen Jagdverband gegenüber der tz. Warum die Viecher immer mehr werden, ist leicht erklärt: „Die natürlichen Feinde wie Greifvögel oder Füchse gibt es ja kaum noch“, so Scherer. Besonders in Städten seien diese Angreifer völlig verschwunden. Zudem würden die Gänse auch noch von vielen Spaziergängern gefüttert. „Denen geht es wie im Paradies.“

So wie am Buschelbergsee in Nersingen: Dort hatte nun ein Jäger eine Genehmigung zum Abschuss der Gänse beantragt und diese vom Landratsamt auch bekommen. 20 Tiere erlegte der Mann dann mit seinem Gewehr. Waren die hungrigen Tiere doch mittlerweile sogar auf die Felder rund um den See gegangen und hatten dort Gerste sowie Mais von diesen abgefressen. „Das ist ein großer Schaden für die Landwirte. Wir müssen die Tiere also dezimieren“, so die Erklärung vom Landratsamt zu der Abschuss-Erlaubnis.

Kommt diese auch bald für Seen direkt in Oberbayern? Tatsache ist, dass auch am Starnberger See die Wasservögel immer mehr werden. „Die Tiere haben teilweise die Ufer völlig für sich, da sich kaum mehr ein Mensch in ihren Dreck legen will“, schimpft beispielsweise ein Anwohner gegenüber der tz. Seinen Namen will er lieber nicht in der Zeitung lesen, „sonst klingeln bei mir all die Naturschützer und beschimpfen mich“. Probleme mit einer Gänse-Plage gibt es aber auch am Altmühlsee (Kreis Weißenburg-Gunzenhausen) wie das Politik-Magazin Quer heute Abend im BR erläutert. (Beginn: 20.15 Uhr).

Wie also den Tieren Herr werden? Beim Landesbund für Vogelschutz ist man sich einig, dass ein Abschießen nichts bringt: „Es kommen dann einfach andere Gänse nach.“ Viel schlauer sei es, in bestimmten Gegenden die Gänse per Falkner zu vertreiben. Dann wäre dort auch länger Ruhe.

tz

 

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