Ministerin Aigner spielt auf Zeit

5500 Unterschriften gegen Kraftwerk Jochberg

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Energieministerin Ilse Aigner traf am Walchensee auf Gegner des umstrittenen Pumpspeicherkraftwerks.

München - Bürger der Region, aber auch Umweltschützer laufen gegen das geplante Kraftwerk Jochberg Sturm. 5500 Unterschriften gegen das Projekt wurden am Freitag an Ilse Aigner (CSU) übergeben.

Am Freitag kam es unterhalb des Jochbergs zu einem Energiegipfel der eigenen Art: Ilse Aigner (CSU), die für Energie zuständige neue Superministerin des Freistaates, traf sich mit den Gegnern des geplanten Pumpspeicherkraftwerks auf dem beliebten Wochenend-Gipfel der Münchner.

Die Energieallianz Bayern (EAB), ein Zusammenschluss von 33 kommunalen Energieversorgern mit einem 25-prozentigen Anteil des Freilassinger Bauunternehmers Max Aicher, plant unterhalb des Gipfels einen 20 Hektar großen Speichersee, dem die bei Wanderern beliebte Jochbergalm weichen müsste. Das 600 Millionen Euro teure Kraftwerk soll dafür sorgen, dass Strom zu Zeiten erzeugt werden kann, wenn Windräder und Solarkraftwerke gerade stillstehen. Wenn sie zu viel Strom erzeugen, kann damit Wasser vom Walchensee in das Becken gepumpt werden. So weit die Theorie.

In der Praxis laufen derzeit die Bürger der Region gegen das Projekt Sturm, aber auch Umweltschützer. Gestern überreichte der Sprecher des Aktionsbündnisses, Stephan Baumer, der Ministerin in Jachenau fast 5500 Unterschriften gegen das Projekt. Jachenaus Bürgermeister Georg Riesch sagte, die Energiewende dürfe nicht „auf dem Buckel der kleinen Gemeinden ausgetragen werden“.

Aigner wollte sich dabei nicht festlegen, ob der Freistaat das Projekt befürwortet oder nicht. Ihr Haus sei gar nicht für das Genehmigungsverfahren zuständig, sondern die Regierung von Oberbayern. Aigner ließ aber keinen Zweifel daran, dass sie die Energiespeichertechnologie grundsätzlich für sinnvoll halte. Sie betonte dennoch, dass für den Jochberg „noch keine Entscheidung gefallen ist“. Dies solle auch nicht über die Köpfe der betroffenen Bürger hinweg geschehen. Erst müsse es ein Gesamtkonzept für Speicherenergie im Freistaat geben, erläuterte Aigner. Falls es zu dem Kraftwerksbau kommen sollte, sichert sie eine breite Bürgerbeteiligung zu.

EAB-Geschäftsführer Joachim Martini widersprach Kritik, wonach das Unternehmen die Bevölkerung nicht über das Vorhaben informiere. „Es ist für uns sehr wichtig, dass wir sie mitnehmen.“

WE

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