51-jähriger fällt 100 Meter tief

Toter Wanderer: Er war Plasmaphysiker in Garching

Krailling - In einem Augenblick der Unachtsamkeit rutschte Peter F. (51), der am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching arbeitete, aus. Ein Stolperer mit tödlichen Folgen.

Der Bergsteiger aus Krailling (Kreis Starnberg) stürzte am Sonntag an der Schellschlicht (2053 Meter) in die Tiefe. Er war sofort tot. Sein 20-jähriger Sohn wurde Zeuge des tragischen Unglücks im Ammergebirge. „Die Route auf die Schellschlicht ist eine anspruchsvollere Bergtour auf gut begehbaren Steigen“, sagt Polizeibergführer Walter Schmid von der Station Oberammergau dem Garmisch-Partenkirchner Tagblatt. Trittsicherheit sei notwendig.

Am Sonntagmorgen waren der Atomforscher und sein Sohn in Griesen aufgebrochen. „Sie waren den Anforderungen der Tour angepasst ausgerüstet und verfügten über entsprechende Bergerfahrung“, erklärt Polizeibergführer Schmid. Gegen Mittag erreichten beide die Schellschlicht. Nach ausgiebiger Pause machten sie sich an den Abstieg über den Sunkenberg. Gegen 15.15 Uhr, an einem ausgesetzten Waldstück in 1100 Metern Höhe, ereignete sich die Tragödie. Der Vater stürzte hundert Meter über steilstes und mit Felsabbrüchen durchsetztes Gelände in eine Klamm.

Der Sohn rief sofort die Rettung. Der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph Murnau nahm zwei Helfer der Bergwacht Grainau auf und flog mit ihnen zum Unglücks­ort. „Ein schwieriger Einsatz“, berichtet der Grainauer Bergwachtssprecher Anton Vogg. Die Schlucht ist schmal, der Heli hatte kaum Raum. Rund 60 Meter über dem leblosen Körper hielt er in der Luft und ließ den Notarzt und die Retter ab. Die Retter konnten aber nur noch den Tod des Mannes feststellen. Christoph Murnau nahm den Arzt wieder auf und flog zurück – Rettungshubschrauber dürfen keine Leichen befördern. Deswegen kam der Polizeihubschrauber Edelweiß 7 hinzu. Unterdessen hatten drei weitere Bergwachtmänner zu Fuß den Unglücksort erreicht. Sie bereiteten den Leichnam für den Abtransport vor. Weitere Helfer stiegen zum Sohn des Verunglückten und zu weiteren Bergsteigern auf, die ebenfalls Zeugen dieser Tragödie geworden waren. Sie begleiteten die kleine Gruppe ins Tal. Dort wurde sie in der Folge von Mitgliedern des Bergwacht-Kriseninterventionsteams betreut.

matt

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