Grauenvoller Feuerwerksunfall vor dem Eisstadion in Garmisch-Partenkirchen

Kugelbombe zerfetzt jungem Eishockey-Fan beide Hände

Garmisch-Partenkirchen - Fast sechs Stunden waren die Fans aus Crimmitschau bei Chemnitz gefahren, um ihre Mannschaft, die Eispiraten, beim Zweitligaspiel gegen den SC Riessersee anzufeuern.

Auch Kai G. (23) und seine sechs Eishockey-Freunde. Die Gruppe parkte am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen 18 Uhr am Olympia-Eissportzentrum in Garmisch-Partenkirchen. Zwei Stunden waren es noch bis Spielbeginn, als das grauenvolle Unglück passierte: Ein mitgebrachter Feuerwerkskörper zerfetzte Kai G. beide Hände.

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Feuerwerkskörper zerfetzt Hände

Kurz nachdem die sieben Männer aus dem Kleinbus ausgestiegen waren, packte Kai G. am Kofferraum sein gefährliches Mitbringsel aus – eine Kugelbombe. Der Besitz dieser Feuerwerkskörper ist für Laien illegal, deshalb sind sie nicht einmal zu Silvester im Handel erhältlich. Nur Sprengmeister und professionelle Pyrotechniker, die riesige Auftragsfeuerwerke zünden, dürfen Kugelbomben kaufen. Normalerweise wird eine solcher Feuerwerkskörper mit Schwarzpulver aus einem Abschussrohr verschossen. In der Luft wird ein Mechanismus aktiviert, der die Bombe am höchsten Punkt zündet. Dabei zerreißt es deren Schale, Effekte werden entzündet und kugelsymmetrisch auseinandergetrieben. Ein schönes, aber auch hochgefährliches Stück Pyrotechnik.

Kai G. aber hantierte anscheinend sorglos damit herum – und plötzlich ging die Kugelbombe mit einem lauten Knall in die Luft, wie Augenzeugen später berichteten. Die Wucht der Explosion zerfetzte dem 23-Jährigen beide Hände. Seine Freunde, die in unmittelbarer Nähe standen, blieben unverletzt.

Die jungen Männer aus Sachsen alarmierten sofort die Rettungskräfte. Der schwer verletzte Kai G. wurde nach der Erstversorgung in die Unfallklinik Murnau gebracht. Dort wurde er mehrere Stunden lang operiert. Über den Zustand des Patienten gab die Klinikleitung keine Auskunft.

Am Bus fand die Polizei eine weitere Kugelbombe. Sie war durch die Explosion fortgeschleudert worden. Ob der 23-Jährige die Feuerwerkskörper möglicherweise im Eisstadion zünden wollte, ist laut Landeskriminalamt noch nicht klar. Er konnte wegen seiner schweren Verletzungen bisher nicht vernommen werden.

Einen Tag zuvor, am ersten Weihnachtsfeiertag, hatte sich ein 18-Jähriger aus Gröbenzell (Kreis Fürstenfeldbruck) mit einem Silvesterböller verletzt. Er verliert möglicherweise sein Augenlicht.

Quelle: tz

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