1. tz
  2. Bayern

Kulmbach probt den Normalfall: Bierwoche findet nach zweijähriger Corona-Pause wieder statt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Eldersch

Kommentare

Am 30. Juli geht es wieder los mit der Kulmbacher Bierwoche. Hier ein Bild aus dem Jahr 2019.
Am 30. Juli geht es wieder los mit der Kulmbacher Bierwoche. Hier ein Bild aus dem Jahr 2019. © Thomas F.Schmidt

In Kulmbach wird heuer wieder gefeiert. Die Bierwoche ist nach der Corona-Zwangspause wieder zurück. Und auch auf eine Rückkehr des Virus ist man eingestellt.

Kulmbach – Endlich wieder können sich Bierliebhaber aus Nordbayern einen heißgeliebten Termin in ihrem Kalender dick, rot markieren. Am 30. Juli sollte sich kein Oberfranke rund um Kulmbach etwas anderes vornehmen, als dem legendären Bierfest im Herzen der Stadt einen Besuch abzustatten. Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause sind die Kehlen sicher ausgetrocknet.

(Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie über alle wichtigen Geschichten aus dem Freistaat. Melden Sie sich hier an.)

Bierwoche in Kulmbach: Aiwanger freut sich über die Rückkehr der Volksfeste

Nachdem am 3. April so gut wie alle Corona-Schutzmaßnahmen in Bayern ausgelaufen sind, steht zumindest aus dieser Sicht Volksfesten in Bayern nichts mehr im Wege. Darüber freute sich auch schon Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Im Gespräch mit dem Münchner Merkur sagte er: „Wir brauchen wieder gesellige Ereignisse, gerade auch in schwierigen Zeiten.“ Und im Hinblick auf mögliche Corona-Regeln sagte er: „Wenn es überhaupt Beschränkungen gibt, dann höchstens Basisschutzmaßnahmen zu Saisonbeginn. Für die Festzelte ist jedenfalls vorgesehen, dass dieselben Vorgaben wie für die ‚klassische‘ Gastronomie gelten sollen.“

Seit 1939 wird laut Homepage des Veranstalters schon dem goldenen Gerstensaft in Kulmbach gefrönt. 80 Pfennige hat damals eine Maß gekostet. Bei den derzeit hohen Lebensmittelpreisen aufgrund des Ukraine-Kriegs kaum vorstellbar. Zu ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass der Stundenlohn zu dieser Zeit bei 60 Pfennige lag. Ganz günstig war der Besuch damals also auch nicht.

Bierwoche in Kulmbach: Premiere für OB Lehmann beim Anstich des Festbieres

Vor zwei Jahren zum 70. Jubiläum des Festes mussten man schon mit 8,70 Euro pro Liter tiefer in die Tasche greifen. Dabei wird es aber mit Sicherheit dieses Jahr nicht bleiben. Gestiegene Rohstoff- und Energiepreise werden hier wohl an der Preisschraube drehen. Dafür wird wieder im fast neuen Stadl-Zelt (seit 2018) auf dem EKU-Platz gefeiert. Und in allen vier Ecken des Festzelts bekommt man ein anderes Bier. Die Brauereien Mönchshof, Kulmbacher, Kapuziner und EKU sind wieder am Start.

Die Prunkfässer der vier Kulmbacher Brauereien.
Die Prunkfässer der vier Kulmbacher Brauereien. © Wieland Hollweg/imago images

Und es gibt auch noch eine Premiere. Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) wird das erste Mal den Anstich übernehmen. „Umso größer ist die Freude, dass wir heuer endlich wieder zusammen feiern können und ich zum ersten Mal als Oberbürgermeister das erste Fass Festbier anstechen darf! Wir blicken voller Zuversicht in Richtung Sommer und drücken alle unsere Daumen, dass uns Corona keinen Strich durch die Rechnung macht.“

Vorstandssprecher der Kulmbacher Brauerei, Markus Stodden stimmt mit ein. „Wir freuen uns sehr, dass nach zwei Jahren Pandemie-Pause in diesem Jahr Großveranstaltungen wieder möglich sind“, fügt Stodden hinzu. „Die gesetzlichen Lockerungen ermöglichen uns konkrete Planungen. Gleichwohl sind wir uns unserer Verantwortung um den Schutz der Gesundheit der Besucher bewusst. Schließlich wollen wir nach einer zweijährigen Durststrecke mit gutem Gewissen gemeinsam feiern.“

Bierwoche in Kulmbach: Bei den Veranstaltern ist man auf eine Rückkehr des Coronavirus eingestellt

Sollte Corona den Veranstaltern dennoch einen Strich durch die Rechnung machen, ist man vorbereitet. „Sollte sich das Infektionsgeschehen ändern, werden wir durch eine angepasste Planung und Umsetzung darauf reagieren. Ereignisse der letzten beiden Jahre haben gezeigt, dass sich die Bedingungen ständig ändern können. Deshalb haben wir unterschiedliche Szenarien ausgearbeitet. Sollte beispielsweise die 3G-Regelung erneut gelten, werden wir alle mit entsprechenden Einlasskontrollen umgehen müssen“, so Stodden.

Die Büttner dürfen bei der Kulmbacher Bierwoche nicht fehlen.
Die Büttner dürfen bei der Kulmbacher Bierwoche nicht fehlen. © Brauerei Kulmbach

Aber so ganz spurlos geht die Corona-Pandemie dann doch nicht an dem Bierfest vorbei. Projektleiter der Kulmbacher Bierwoche, Michael Schmid, hat nicht ganz so gute Neuigkeiten. „Einige wenige, pandemiebedingte Änderungen wird es in diesem Jahr geben. So kann der Fanclub-Umzug wegen fehlender Planungssicherheit nicht stattfinden. Mögliche Einlasskontrollen machen Festzüge nicht umsetzbar. Darüber hinaus zwingt uns die Vorsicht und Verantwortung gegenüber älteren Gästen zum Verzicht auf den Tag der Generationen.“ (tel)

Alle News und Geschichten aus Bayern sind nun auch auf unserer brandneuen Facebook-Seite Merkur Bayern zu finden.

Auch interessant

Kommentare