Nach Hoeneß ein weiterer Promi-Fall

Kunstgenie Baselitz auf Steuerflucht?

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Georg Baselitz in seinem Atelier beim Malen: Der weltberühmte Künstler, dessen Werke teils für eine Million Euro verkauft werden, hat Ärger mit dem Finanzamt

Inning - Er gehört zweifelsohne zu den größten Malern der Gegenwart: Georg Baselitz (75). Doch nun gibt es mächtig Ärger um den Künstler. Steuerfahnder sollen sein Haus am Ammersee durchsucht haben.

Er gehört zweifelsohne zu den größten Malern der Gegenwart: Georg Baselitz (75). Die Bilder des Wahlbayern, der seit sieben Jahren am Ammersee wohnt, erzielen bei Auktionen Höchstpreise – teils von bis zu einer Millionen Euro. Genug Geld, um schön leben zu können – möchte man meinen. Doch nun gibt es mächtig Ärger um den Künstler. Wie der Spiegel berichtet, haben Steuerfahnder das Haus von Baselitz durchsucht. Und er selbst? Er soll sich nach Italien abgesetzt haben …

Nach Uli Hoeneß beschäftigt also nun ein weiterer Promi-Fall von Steuerhinterziehung die Ermittler. Jedenfalls stellten sie Beamten kistenweise Unterlagen in dem Domizil des Malers am Ammersee sicher. Der Grund: Der Name des Künstlers soll in Kundenakten der Schweizer Großbank UBS aufgetaucht sein, in den Akten also, die Nordrhein-Westfalens Regierung laut Spiegel im vergangenen Sommer angekauft hatte. Im Gegensatz zum Bayern-Präsident aber soll sich Baselitz nicht selber angezeigt haben – obwohl seit Monaten in allen Medien über die geheimen Steuerdaten berichtet wurde. Die Münchner Staatsanwaltschaft will die Ermittlungen weder bestätigen noch dementieren: „Wir können dazu momentan keinen Kommentar abgeben“, so die Auskunft gegenüber der tz. Sie ist für den Fall zuständig, weil Baselitz sich vor sieben Jahren von den Stararchitekten Herzog & de Meuron eine riesige Villa aus Glas und Holz direkt am Ufer des Ammersees errichten ließ. Teils zum Ärger einiger Anwohner, die sich darüber erregten, dass, dass das Areal „mit hässlichen Eisenzäunen regelrecht abgeschirmt“ worden sei.

Derzeit hat Baselitz sein Haus verlassen – und hält sich an seinem Zweitwohnsitz an der ligurischen Küste auf. Merkwürdig: Er verließ sein Ammersee-Domizil, kurz bevor die Steuerfahnder anrückten. Sein Sekretär ließ aber verlauten, dass Baselitz keine Steuern in Millionenhöhe unterschlagen habe. Zudem gebe es auch keinen Haftbefehlt (wie im Falle Hoeneß). Die Ermittlungen selbst aber dementierte er nicht. Hat Baselitz seine Steuerschuld vielleicht noch schnell beglichen?

An Geld mangelt es dem 75-Jährigen jedenfalls nicht. Selbst Aquarelle des Künstlers erzielen Preise von gut 500 000 Euro. Baselitz’ Markenzeichen war dabei lange immer dasselbe: Seine Motive standen immer auf dem Kopf, um dem Zuschauer zum „Umdenken“ zu bewegen.

dpa

Der Künstler:

Georg Baselitz – der eigentlich Hans-Georg Kern heißt – wurde am 23. Januar 1938 in Deutschbaselitz, heute ein Ortsteil von Kamenz in der sächsischen Oberlausitz, geboren. Im Jahr 1961 nahm er den Künstlernamen Georg Baselitz an, angelehnt an seinen Geburtsort. 1969 malte er mit Der Wald auf dem Kopf sein erstes namhaftes Bild in der Motivumkehr. Dem folgte 1970 in der Kölner Galerie Franz Dahlem die erste Ausstellung, in der ausschließlich „kopfstehende“ Bilder zu sehen waren. Heute gehört Baselitz zu den größten deutschen Künstlern.

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