Ist denn schon Herbst?

Wie die lange Trockenheit Bäumen und Pflanzen zusetzt

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Herbst im August: So sah es vor wenigen Tagen im Münchner Arnulfpark aus.

München - Wer derzeit durch den Wald oder einen Park geht, könnte sich ohne Weiteres wie im Herbst fühlen. Die Blätter an den Bäumen leuchten braun, der Boden ist bereits dick bedeckt mit abgefallenem Laub.

Die lange Hitzeperiode hat den Bäumen Trockenstress gemacht. Aus Selbstschutz haben sie vier bis sechs Wochen früher den Herbst eingeläutet.

So kann der Wasserverlust begrenzt werden. Ob es grundsätzliche Schäden gibt, zeigt sich dann aber erst im kommenden Frühjahr, wenn die neuen Blätter austreiben. Junge Pflanzen, die erst im Frühjahr gesetzt wurden, dürften dagegen großen Schaden genommen haben. Der Wassermangel macht die Bäume überdies angreifbar für Schädlingsbefall.

Für Schwammerlfreunde gibt es derzeit nichts zu ernten. Im Moment wachsen keine Pilze in Bayerns Wäldern. Da die Saison aber bis Ende Oktober geht, besteht noch Hoffnung.

Auch die Landwirte stöhnen unter den Hitzfolgen. Beim Weizen lag der Ertrag laut Bayerischem Bauernverband um rund 15 Prozent niedriger als 2014. Die Qualität des Getreides sei aber gut. Raps wurde zwölf Prozent weniger geerntet, auch bei Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben wird wohl weniger geerntet werden.

Eine äußerst schlechte Ernte erwarten heuer die Hopfenbauern. Trockenheit und Hitze führten zu einem Rückgang bei der Ernte um bis zu 17 Prozent, so der Verband deutscher Hopfenpflanzer. Auswirkungen auf den Bierpreis soll dies aber nicht haben.

Im privaten Garten rund ums Haus sind trotz der langen Trockenperiode keine dauerhaften Schäden zu erwarten, meint Gartenexperte Bernhard Gerstenkorn. Der Geschäftsführer des Münchner Gartencenters Seebauer hält nur frisch angepflanzte Bäume und Sträucher für gefährdet: „Die können dauerhaft geschädigt sein“. Ein Rasen mit braunen Stellen erhole sich normalerweise recht schnell, „vielleicht wächst aber etwas mehr Klee als sonst“. Bis spätestens Mitte September empfiehlt er eine Düngung und eine Schnell-Nachsaat, „dann kommt der Rasen besser durch den Winter“.

Im Obstgarten dürfe man heuer nicht viel erwarten. Nach langer Dürre und Hagel „fällt die Ernte wohl aus“, sagt Gerstenkorn. Die Bäume jedoch dürften sich problemlos erholen und im Frühjahr wieder austreiben.

Volker Pfau

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